Wussten Sie, dass eine einfache Essbesteck-Gabel eine wesentliche Rolle bei der Begründung der Ohrenheilkunde spielte?
Begonnen hat alles Mitte des 16. Jahrhunderts. Italienische Gelehrte stellten fest, dass man Schall nicht nur mit den Ohren, sondern auch über die Kopfknochen wahrnehmen kann. Der deutsche Arzt Günther Schelhammer brachte 1684 besagte Gabel durch Anschlagen zum Klingen, setzte sie auf den Kopf der Kranken und konnte so unterscheiden, ob die Ursache einer Hörstörung im Mittelohr oder in den Hörnerven liegt.
Im Unterschied dazu startete die Halsheilkunde als medizinisches Spezialgebiet deutlich später. 1854 stellte der spanische Musikprofessor Manuel Garcia in London ein Spiegelsystem vor, mit dem er den Kehlkopf und die Stimmbänder sichtbar machen konnte.
Etwa zur selben Zeit wurden dank neuer Erkenntnisse über die Strukturen im Nasen-Rachenraum mehr Operationen im Nasenraum möglich und die Grundlagen der Nasenheilkunde gelegt.
Nachfolge gesichert…
Heute verfügt die HNO-Heilkunde über modernste Diagnostik- und Behandlungsverfahren. Doch was nützen die, wenn es regional an Fachärzten mangelt?
Laut Landesärztekammer Brandenburg praktizierten zum 31.12.2025 insgesamt 157 HNO-Ärztinnen und -Ärzte im Bundesland Brandenburg, allerdings nur ein Teil in niedergelassenen Praxen. 48 von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt bereits 60 Jahre oder älter, damit steht für mehr als 30 Prozent die Frage der Nachfolge im Raum.
Umso glücklicher konnten sich die Menschen in Beelitz und den umliegenden Gemeinden schätzen, als die HNO-Praxis von Dr. med. Sabine Schildhauer im Beelitzer Ärztehaus von der HNO-Fachärztin Dr. med. Ellen Guder übernommen wurde.
…dank Förderung der ILB
Die Übernahme einer Arztpraxis erfordert Mut und Zuversicht, denn sie ist mit hohen Kosten verbunden. Frau Dr. Guder wagte die Investition und nutzte zur Finanzierung den ILB-eigenen „Brandenburg-Kredit Gründung“. Die Beantragung erfolgte über ihre Hausbank, die apoBank in Potsdam, welche die Ärztin dabei umfassend unterstützte.
Das Darlehen in Höhe von insgesamt 370.000 Euro setzte sie für die Übernahme der Praxisanteile sowie für den Kauf von Praxisausstattungen, Betriebsmitteln und eines Fahrzeugs ein.
Die Praxisübernahme war erfolgreich. Seit 2025 ist Frau Dr. Guder für ihre Patientinnen und Patienten da. Noch arbeitet sie in den unsanierten Räumen des Ärztehauses. Perspektivisch freut sie sich auf den Umzug in moderne Praxisräume, wenn das Ärztehaus einen Erweiterungsbau bekommt. Aber das ist dann schon die nächste Erfolgsgeschichte.
