Wirtschaftliche Entwicklung der ILB

Der Konzern war 2020, wie in den Vorjahren, zu 99,9 % seiner Bilanzsumme durch die ILB geprägt. Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2020 um 648,9 Millionen Euro auf 14.333,6 Millionen Euro und war durch die Bilanzsumme der ILB geprägt (14.311,9 Millionen Euro).

Die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Bank und des Konzerns sind zufriedenstellend und stabil.

Der Jahresüberschuss der ILB betrug im Jahr 2020 11,2 Millionen Euro (Vorjahr: 11,3 Millionen Euro) und belief sich im Konzern auf 10,7 Millionen Euro (Vorjahr: 11,5 Millionen Euro).

Die Ertragslage des Konzerns wird wesentlich durch die Ergebnisse der ILB geprägt.

Maßgröße für den finanziellen Erfolg der ILB stellt das Ergebnis vor Risikovorsorge und Reservebildung dar. Mit einem Betrag in Höhe von 46,6 Millionen Euro erzielte die ILB ohne kompensatorische Buchungen des ILB-Förderfonds und des Brandenburg-Fonds in 2020 ein gutes Ergebnis vor Risikovorsorge und Reservebildung, das in etwa auf Vorjahresniveau (46,3 Millionen Euro) lag.

Der Zinsüberschuss lag mit 61,1 Millionen Euro (Vorjahr: 59,0 Millionen Euro) über dem Niveau des Vorjahres. Damit konnte trotz weiterhin anhaltendem Niedrigstzinsniveaus das Zinsergebnis ausgebaut werden. Nach wie vor profitiert die ILB dabei von den günstigen Refinanzierungsbedingungen am Geld- und Kapitalmarkt. Die Erträge aus dem zinstragenden Fördergeschäft sowie dem Treasuryergebnis entwickelten sich positiv.

Der Provisionsüberschuss in Höhe von 60,2 Millionen Euro (Vorjahr: 55,6 Millionen Euro) resultiert im Wesentlichen aus Entgelten für die Geschäftsbesorgung von Förderprogrammen. Er setzt sich aus Verwaltungskostenbeiträgen für die Vergabe von Darlehen aus Treuhandmitteln, die Bearbeitung von Zuschussprogrammen und die Verwaltung von Bürgschaften zusammen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Erträge in der Zuschussbearbeitung, insbesondere der bankweiten Abwicklung der Corona-Soforthilfe-Programme, zurückzuführen.

Der Personalaufwand der ILB in 2020 betrug 50,9 Millionen Euro (Vorjahr: 45,0 Millionen Euro). Der Anstieg um 5,9 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Beschäftigtenzahl zur Deckung des massiv gestiegenen Bearbeitungsbedarfs von Zuschussprogrammen und Corona-Hilfsprogrammen zurückzuführen.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwendungen) einschließlich der Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen betrugen 26,1 Millionen Euro (Vorjahr 26,0 Millionen Euro).

Die Sachaufwendungen beliefen sich auf 21,1 Millionen Euro und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahreswertes.

Die Risikolage des Konzerns wird wesentlich durch die ILB geprägt. Für die erkennbaren Risiken im Kreditgeschäft wurden, unter Berücksichtigung bestehender Sicherheiten, Einzelwertberichtigungen gebildet. Sie haben weiterhin ein niedriges Niveau und spiegeln die konservative Risikokultur der ILB wider. Der Entwicklung des latenten Kreditrisikos wurde durch entsprechende Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Im Jahr 2020 zeichneten sich noch keine außerordentlichen Kreditereignisse ab, die einen erhöhten Risikovorsorgebedarf erfordern. In Anbetracht der weiterhin bestehenden Krisensituation durch die Corona-Pandemie, mit ihren starken wirtschaftlichen Auswirkungen, sind jedoch Verschlechterungen der aktuellen Risikostruktur zu erwarten.

Der ILB-Förderfonds wurde in 2020 mit 5,0 Millionen Euro dotiert. Somit sind seit 2006 dem ILB-Förderfonds 105,0 Millionen Euro aus erwirtschafteten Erträgen für Förderleistungen im Rahmen der ILB-Produktfamilie Brandenburg-Kredit zugeführt worden.

Aus dem laufenden Jahresergebnis erfolgte eine Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von insgesamt 32,6 Millionen Euro (Vorjahr: 28,7 Millionen Euro).

Die den Konzern zu 99,9 % prägende Bilanzsumme der ILB erhöhte sich im Geschäftsjahr 2020 um 633,9 Millionen Euro auf 14.311,9 Millionen Euro (Vorjahr: 13.678,0 Millionen Euro).

Das Geschäftsvolumen der ILB, in dem zusätzlich zum bilanziellen Bestandsgeschäft die Eventualverbindlichkeiten und die anderen Verpflichtungen enthalten sind, betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2020 14.729,0 Millionen Euro (Vorjahr: 14.253,2 Millionen Euro). Das Geschäftsvolumen des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 14.750,6 Millionen Euro (Vorjahr: 14.260,0 Millionen Euro).

Die Forderungen der ILB an Kreditinstitute sind leicht um 2,3 % auf 2.329,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2.383,4 Millionen Euro) gesunken. Dies ist im Wesentlichen zurückzuführen auf um 110,0 Millionen Euro niedrigere Anlagen in Tages- und Termingeldern, denen ein Anstieg der Kreditvergabe über Schuldscheindarlehen um 90,0 Millionen Euro gegenübersteht.

Die Kundenforderungen der ILB sind um 477,7 Millionen Euro auf 5.897,9 Millionen Euro (Vorjahr: 5.420,2 Millionen Euro) gestiegen. Maßgeblich hierfür war eine Ausweitung des kommunalen Kreditgeschäftes um 384,7 Millionen Euro. In Höhe von 176,6 Millionen Euro ergab sich diese aus dem Erwerb von Kommunaldarlehen im Rahmen von Portfoliokäufen von der Hamburg Commercial Bank AG, zu weiteren 65,0 Millionen Euro aus dem Kreditgeschäft durch das Landeswohnungsbauvermögen.

Treuhandkredite sind aufgrund plan- und außerplanmäßiger Tilgungen um 46,0 Millionen Euro auf 2.018,7 Millionen Euro gesunken.

Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren der ILB in Höhe von 3.217,6 Millionen Euro lag zum 31. Dezember 2020 um 37,7 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres.

Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere beinhalten ausschließlich die Anteile für den im Jahr 2014 bei der Union Investment Institutional GmbH aufgelegten Spezialfonds, der als Rentenfonds in europäische Unternehmensanleihen investiert.

Auch die Finanzlage des Konzerns wird nahezu ausschließlich durch die ILB bestimmt.

Die kurzfristige Mittelaufnahme im Geschäftsjahr 2020 erfolgte schwerpunktmäßig über Wertpapierpensionsgeschäfte und Tages- und Termingeldgeschäfte mit überwiegend inländischen Kreditinstituten.

Mittelfristig refinanziert sich die ILB im Wesentlichen über Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank.

Langfristige Refinanzierungen erfolgten in erster Linie durch Schuldscheindarlehensaufnahmen bei inländischen Kreditinstituten und Globaldarlehen von der Europäischen Investitionsbank (EIB), der KfW-Bankengruppe, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Council of Europe Development Bank sowie durch Platzierung von Schuldscheinen bei inländischen Versicherungen.

Zur Liquiditätsbeschaffung wurde im Berichtsjahr die Emission von Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von 225,0 Millionen Euro (Vorjahr: 250,0 Millionen Euro) durchgeführt, so dass sich der Bestand zum Bilanzstichtag auf 575,0 Millionen Euro belief.

Die Liquidität des Konzerns, die im Wesentlichen durch die ILB bestimmt wird, war jederzeit gesichert. Die Bank verfügte zum Jahresende 2020 offene, noch nicht abgerufene Kreditzusagen anderer Förderbanken im Gesamtbetrag von 175,3 Millionen Euro.

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB wurde auf 498,7 Millionen Euro aufgestockt. Davon entfielen 412,0 Millionen Euro auf Fondsmittel, die dem haftenden harten Kernkapital zugerechnet werden.

Das Eigenkapital der ILB und der Fonds für allgemeine Bankrisiken betrugen zusammen zum 31. Dezember 2020 736,7 Millionen Euro (Vorjahr: 698,9 Millionen Euro). Das Konzerneigenkapital, inklusive des Fonds für allgemeine Bankrisiken, belief sich auf 737,8 Millionen Euro (Vorjahr: 700,5 Millionen Euro).

Die Erhöhung beruht im Wesentlichen auf Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken und zu den Gewinnrücklagen.

Aufgrund der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 28.05.2020 zur Verwendung des Gewinns aus dem Geschäftsjahr 2019 wurden 6,0 Millionen Euro Dividende an die Anteilseigner ausgezahlt. Ferner wurden der Gewinnrücklage 5,0 Millionen Euro und dem Gewinnvortrag 0,8 Millionen Euro zugewiesen.