Teil der Architektur des ILB-Gebäudes. Die Fassade besteht aus hellem Stein und hat viele bodentiefe Fenster. Abgebildet ist die Fassade aus der Froschperspektive in Richtung des blauen Himmels.© ILB (Leo Seidel)

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Nach einem mehrjährigen Abschwung hat sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 nur sehr schwach erholt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg um lediglich 0,2 % und stagnierte damit faktisch. Die Institute sprechen von einer unterausgelasteten Volkswirtschaft, bei der positive Impulse fast ausschließlich aus der Binnenwirtschaft kamen. Die exportorientierte Industrie konnte dagegen aufgrund sinkender Wettbewerbsfähigkeit, handelspolitischer Unsicherheiten und hoher Kosten kaum profitieren.

Die wirtschaftliche Dynamik wurde 2025 vor allem durch privaten Konsum (reale Einkommenszuwächse, rückläufige Inflation) sowie staatlichen Konsum und Investitionsausgaben getragen.

Demgegenüber blieb das verarbeitende Gewerbe strukturell geschwächt, mit nur geringer Investitionstätigkeit. Die Institute betonen, dass die geringe Dynamik weniger konjunkturell als vielmehr strukturell bedingt sei. Trotz der schwachen Konjunktur blieb der Arbeitsmarkt 2025 relativ stabil mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 % (Vorjahr: 6,0 %). Gleichwohl zeigen sich bereits strukturelle Belastungen durch die rückläufige Erwerbsbevölkerung und die sinkende durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen.

Diese Faktoren begrenzen nach Einschätzung der Institute zunehmend das Produktionspotenzial. Die Inflationsrate im Jahr 2025 betrug 2,2 %.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Land Brandenburg

Die wirtschaftliche Entwicklung in Brandenburg verlief 2025 ebenfalls schwach, jedoch leicht günstiger als im Bundesdurchschnitt. Das reale BIP in Ostdeutschland wuchs um 0,4 % und wurde vor allem vom Dienstleistungssektor und staatlich geprägten Nachfrageeffekten getragen. Das verarbeitende Gewerbe, insbesondere energieintensive Branchen, blieb dagegen unter Druck. Die Arbeitslosenquote lag in Brandenburg 2025 bei rund 7,8 % bis 7,9 % und damit über dem Bundesdurchschnitt aber unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Der Arbeitsmarkt zeigte sich vergleichsweise stabil, ist jedoch ebenfalls von demografischen und strukturellen Faktoren belastet.

Prognose

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Für das Jahr 2026 erwarten die Institute lediglich ein BIP-Wachstum von 0,6 %. Damit wurde die Prognose gegenüber dem Herbst 2025 um 0,6 % nach unten korrigiert. Hauptursache ist ein massiver Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges, der den Aufschwung überlagert. Ein stärkerer konjunktureller Einbruch wird allerdings durch einen sehr expansiven finanzpolitischen Kurs verhindert, insbesondere durch Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Die Institute sprechen dennoch von einem „Wachstum ohne Substanz“, da die Expansion nicht aus eigener wirtschaftlicher Dynamik entsteht.

Die Inflationsrate steigt 2026 wieder deutlich an und wird im Jahresdurchschnitt auf 2,8 % geschätzt. Treiber sind vor allem die erwarteten höheren Energiepreise und die zeitverzögerte Weitergabe gestiegener Produktionskosten.

Für 2026 rechnen die Institute mit einem Rückgang der Erwerbstätigkeit um rund 100.000 Personen und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf etwa 6,4 %. Damit verschärfen sich die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes auch konjunkturell.

Die Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026 zeichnet das Bild einer Wirtschaft in einer strukturellen Schwächephase. Das Jahr 2025 sei von Stagnation geprägt gewesen. Das Jahr 2026 bringe zwar voraussichtlich weiteres Wachstum, dieses sei jedoch fiskalisch getrieben, krisenanfällig und nicht selbsttragend.

Wirtschaftliche Entwicklung im Land Brandenburg

Für 2026 erwarten die Institute für Ostdeutschland insgesamt – und damit auch für Brandenburg – eine moderate Expansion von etwa 0,7 %. Damit läge das Wachstum leicht über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Gründe sind u. a. die geringere Exportabhängigkeit, die höhere Bedeutung staatlicher Nachfrage und die stabile Entwicklung im Dienstleistungsbereich. Gleichzeitig bleibt der Ausblick gedämpft, weil vor allem die Energiepreisrisiken, die Investitionszurückhaltung und der Fachkräftemangel inklusive dem demografischer Wandel die mittelfristigen Wachstumsaussichten begrenzen.

Für Brandenburg ergibt sich ein etwas robusteres Bild als für Deutschland insgesamt, allerdings ohne grundlegende Abkopplung von den strukturellen Problemen der Gesamtwirtschaft.