Das 2014 aus dem Potsdamer Geoforschungszentrum ausgegründete Unternehmen DiGOS Potsdam GmbH, kurz DiGOS, entwickelt elektronische und optoelektronische Systeme.
Zum Kerngeschäft gehören Laser Ranging (SLR)-Stationen. Bei SLR werden – vereinfacht formuliert – kurze Lasersignale von einer Bodenstation in den Weltraum, zum Beispiel zu Satelliten, gesendet. Von dort wird das Licht zurück zur Bodenstation reflektiert. In der Bodenstation misst eine hochpräzise Stoppuhr die Zeit, die das reflektierte Licht für den Hin- und Rückweg gebraucht hat. Auf diese Weise können Entfernungen zu Weltraumobjekten sogar millimetergenau bestimmt werden.
Die Technologie kommt unter anderem bei der Vermessung der Erde zum Einsatz, zur Erforschung des Klimawandels und beim Monitoring von Weltraumschrott. Gerade Letzteres wird immer wichtiger. Laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA befanden sich im Dezember 2023 mehr als 36.000 Objekte im Orbit der Erde, die größer als 10 cm sind. Die Spanne reicht von ausgebrannten Raketenstufen bis zu verlorenen Schraubenziehern. Wie Geschosse rasen diese Objekte durch den Orbit und gefährden damit Satelliten ebenso wie Raumstationen.
Für die Entwicklung der SLR-Stationen wurde DiGOS im Jahr 2019 mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Mittlerweile stehen die Stationen auf Teneriffa, dem spanischen Festland und in Japan, weitere sind in Vorbereitung. Die steigende Zahl an Satelliten erhöht die Nachfrage, lange Entwicklungszeiten sowie hohe Bau- und Betriebskosten begrenzen jedoch den Markt. DiGOS hat sich daher das Ziel gesetzt, neue Marktsegmente zu erschließen.
Ein kleineres Modell für einen größeren Markt
Das Unternehmen entwickelte einen neuen Typ einer SLR-Station, der kleiner und kostengünstiger im Betrieb ist und dennoch über die gleiche Reichweite und Messgenauigkeit verfügt wie konventionelle Systeme. Die „miniSLR®“-Station ist nur rund 2 x 2 x 2 Meter groß und kann einfach auf einen festen Untergrund gestellt werden. Spezielle Baumaßnahmen wie für konventionelle SLR-Systeme sind nicht erforderlich.
Die neue kleine Station wird in Potsdam so vorproduziert, dass die Zeit zum Aufbau und zur Inbetriebnahme vor Ort beim Geschäftskunden von mehreren Monaten auf wenige Tage verkürzt werden kann. Zudem kann sie vollständig ferngesteuert und im Routinebetrieb auch vollautomatisch betrieben werden. Das senkt die laufenden Kosten für die Kunden.
Fördermittel zur Unterstützung
DiGOS investierte in die Entwicklung der miniSLR®-Station bis zur Marktreife rund 395.000 Euro. Über die ILB erhielt das innovative Unternehmen Fördermittel in Höhe von 97.000 Euro. Die Förderbank unterstützte damit eine Wertschöpfung auf höchstem Niveau in Brandenburg.
Apropos „innovativ“: Im Jahr 2025 erhielt DiGOS erneut den Innovationspreis Berlin-Brandenburg, dieses Mal für ein Sensorsystem zur seismischen Überwachung von Infrastrukturen. Von diesem Unternehmen ist noch viel zu erwarten.
