1. Einordnung und Vorgehensweise

Nachhaltiges soziales, wirtschaftliches und ökologisches Handeln ist ein Grundsatz der Geschäftstätigkeit der ILB. Durch nachhaltiges Handeln sichert die ILB die Voraussetzungen für den Unternehmenserfolg und fördert eine erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung der Menschen und Wirtschaft im Land Brandenburg. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist das Thema Nachhaltigkeit in der ILB im Verantwortungsbereich des Vorstands angesiedelt.

Diese Zusammengefasste Nichtfinanzielle Erklärung (NFE) dient der Erfüllung der Anforderungen an das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RL-UG) nach §§ 340i Abs. 4 i.V.m. 315b, 315c und § 340a Abs. 1a i.V.m. § 289b sowie 289c bis 289e HGB für die ILB und den Konzern. Im Folgenden werden Angaben gemacht, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und Lage der ILB sowie der Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die nichtfinanziellen Aspekte erforderlich sind.

Die Berichterstattung orientiert sich zum aktuellen Zeitpunkt weder an nationalen noch an europäischen bzw. internationalen Rahmenwerken. Im Zuge der Entwicklung eines Nachhaltigkeitsprogramms für die ILB soll künftig ein geeignetes internationales Rahmenwerk ausgewählt werden.

Für die Identifikation der wesentlichen nichtfinanziellen Aspekte dieser NFE hat die ILB für das Berichtsjahr 2017 erstmalig eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse hat die ILB in einem ersten Schritt potenzielle Nachhaltigkeitsthemen zusammengetragen. Dafür wurden gezielt Mitarbeiter (Nachfolgend sind unter dem Begriff „Mitarbeiter“ Frauen und Männer gleichermaßen zusammengefasst.) ausgewählter Fachbereiche interviewt und internationale Standards und Ratings, wie z. B. die Grundsätze des UN Global Compact und das Rating des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, analysiert.

In einem zweiten Schritt wurde die Wesentlichkeit der Themen bewertet. Dafür hat die ILB eine Geschäftsrelevanzanalyse, eine Wettbewerbsanalyse und eine Analyse internationaler Standards und Ratings durchgeführt. Im Rahmen der Geschäftsrelevanzanalyse haben die Bereichsleiter der Bank eine Bewertung des Risiko-, Effizienz- und Wachstums-/ Differenzierungspotenzials der einzelnen Themen für die ILB vorgenommen. Bei der Wettbewerbsanalyse und Standard-/ Ratinganalyse wurde die Bedeutung der Themen für andere Landesförderinstitute auf Basis öffentlicher Nachhaltigkeitsberichte sowie in internationalen Standards und Ratings ermittelt.

Im dritten Schritt wurden die aus der Wesentlichkeitsanalyse resultierenden Themen der ILB im Rahmen eines Workshops mit dem Vorstand und den Bereichsleitern der Bank hinsichtlich ihrer Geschäftsrelevanz priorisiert. Für die Bewertung der Geschäftsrelevanz dienten sowohl die interne Einschätzung aus ILB-Sicht als auch Annahmen über die Bedeutung für externe Zielgruppen.

Im Ergebnis hat die ILB neun wesentliche Sachverhalte identifiziert, die den Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung nach § 289 c Abs. 2 HGB sowie dem zusätzlichen Aspekt Informationssicherheit zugeordnet werden können:

Grafik: Wesentliche Sachverhalte

Hinweise auf im Jahresabschluss ausgewiesene Beträge und zusätzliche Erläuterungen wurden nicht gemacht. Der Verwaltungsrat der ILB hat die NFE von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung nach dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit prüfen lassen.

2. Geschäftsmodell und Risikoinventur nach CSR-RL-UG

Das Geschäftsmodell der ILB ist in diesem Lagebericht im Kapitel I beschrieben.

Über das Risikomanagement der ILB, die angewandten Bewertungsmethoden und die wesentlichen Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und dem Förderangebot verknüpft sind, wird in diesem Lagebericht im Kapitel III berichtet. Im Rahmen der Netto-Betrachtung wurden keine Risiken identifiziert, die sehr wahrscheinlich sind und schwerwiegende negative Auswirkungen auf die genannten wesentlichen, nichtfinanziellen Aspekte haben oder haben werden.

3. Wesentliche Sachverhalte

3.1 Nachhaltige Förderprogramme und -produkte

Das Kerngeschäft der ILB ist die finanzielle Förderung öffentlicher und privater Investitionsvorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Infrastruktur und Wohnungsbau. Mit der Förderung von Investitionsvorhaben verfolgt die ILB als Förderbank des Landes Brandenburg das Ziel, langfristig sowohl eine positive wirtschaftliche als auch eine ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung im Land Brandenburg zu unterstützen und wirkt damit auf die Aspekte Umweltbelange und Sozialbelange ein.

Das Fördergeschäft der ILB basiert auf zwei Säulen, der Geschäftsbesorgung und dem Eigengeschäft. Im Rahmen der Geschäftsbesorgung bearbeitet die ILB im Auftrag der Ministerien des Landes Brandenburg Förderprogramme aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes und bringt sich in den Gestaltungsprozess der Förderprogramme mit ein. Im Eigengeschäft bietet die ILB Förderprodukte in Form von zinsgünstigen Darlehen, Haftungsfreistellungen, Bürgschaften sowie Risiko- und Beteiligungskapital an.

Für jedes Förderprogramm und -produkt der ILB sind Förderziele definiert, die mit der finanziellen Unterstützung eines Investitionsvorhabens erreicht werden sollen. Diese leiten sich im Bereich der Geschäftsbesorgung aus der jeweiligen Förderrichtlinie oder Verwaltungsvorschrift des Landes ab und sind im Eigengeschäft produktspezifisch definiert. Die Berücksichtigung von Förderzielen wird bei der Antragstellung anhand spezifischer Zuwendungs- und Finanzierungskriterien von der ILB geprüft.

Aufteilung des ILB-Fördergeschäfts nach Zusagevolumen (2017)Im Jahr 2017 wurden von der ILB insgesamt 1.592 Millionen Euro für Projekte von Kommunen, Unternehmen, sozialen Einrichtungen und Initiativen im Land Brandenburg bewilligt. Davon entfielen gemäß nachfolgender Grafik 38 % auf das Förderfeld Wirtschaft, 4 % auf den Bereich Arbeit, 39 % auf die Infrastruktur und 19 % auf den Wohnungsbau.

Der Großteil der Förderprogramme und -produkte der ILB in den vier Förderfeldern verfolgt über das Ziel der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit hinaus insbesondere auch soziale und ökologische Zielstellungen. Der ökologische und soziale Mehrwert in den einzelnen Förderfeldern stellt sich wie folgt dar:

  • Im Förderfeld Wirtschaft unterstützt die ILB gewerbliche Unternehmen, Existenzgründer und Freiberufler sowie die Agrar- und Medienunternehmen bei ihren Investitionsvorhaben und leistet dadurch einen signifikanten Beitrag zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Durch Bewilligungen für die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH und die Bereitstellung von Zwischenfinanzierungen wird die Bewahrung und Fortschreibung des Filmkulturerbes gefördert. Im Bereich der Agrar- und Forstwirtschaft tragen die Förderprogramme und -produkte der ILB zum Naturschutz sowie zur Förderung der biologischen Vielfalt und des Klima-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzes bei. Durch die Förderung von Investitionen in effizientere Produktionsanlagen wird eine Senkung des Energieverbrauchs und von CO2-Emissionen bewirkt.
  • Im Bereich Arbeit fördert die ILB als Geschäftsbesorger des Landes Beschäftigungs-, Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Sozialpartnerschaften. In diesem Zusammenhang werden insbesondere Mittel für die Verbesserung der Bildung, Berufsvorbereitung, Berufsintegration und Ausbildung von Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Ein weiterer Fokus liegt auf der Weiterqualifizierung und Gründungsunterstützung von Arbeitslosen mit dem Ziel der Armutsbekämpfung. Über die verschiedenen Förderprogramme werden außerdem Deutschkurse für Geflüchtete sowie Bildungs- und Reintegrationsmaßnahmen für Inhaftierte ermöglicht. Im Rahmen der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie wird die Modernisierung betrieblicher Arbeitsorganisationen hin zu einer beteiligungsorientierten Unternehmenskultur unterstützt.
  • Im Förderfeld Infrastruktur finanziert die ILB Infrastrukturprojekte von Kommunen, kommunalen Zweckverbänden, kommunalen Unternehmen sowie von sozialen, wissenschaftlichen, schulischen und kulturellen Einrichtungen. Dabei werden insbesondere Projekte zum Zwecke des Naturschutzes, zum Erhalt der Umweltqualität und Lebensqualität im ländlichen Raum sowie zur Förderung von Ressourceneffizienz finanziert. Im Bereich der sozialen Infrastrukturen werden Finanzierungen für die Modernisierung und den Ausbau von Schulen sowie für die Verbesserung des Betreuungsangebots an Kitas bereitgestellt. Darüber hinaus unterstützt die ILB Investitionen in die Verbesserung des Pflege- und Betreuungsangebots.
  • Im Bereich Wohnungsbau fördert die ILB Vorhaben der kommunalen, genossenschaftlichen und privaten Wohnungswirtschaft sowie Wohneigentum. Dabei werden insbesondere der Neubau und die nachhaltige Modernisierung von Mietwohnungen zu sozial verträglichen Mieten als auch die Verbesserung der Wohnsituation für schwerstmobilitätsbehinderte Personen gefördert. Darüber hinaus bietet die ILB zur Stärkung einer sozial stabilen Bewohnerstruktur, zur Einrichtung alters- und familiengerechter Wohnformen und zur Reduktion des Energieverbrauchs Finanzierungen zum Erwerb, Neubau und für die Modernisierung von Wohneigentum an.

Mit der gezielten Förderung sozialer und ökologisch nachhaltiger Investitionsvorhaben leistet die ILB einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung des Landes Brandenburg. Auch in Zukunft möchte die ILB durch die Stärkung des Eigengeschäfts insbesondere ökologisch und sozial nachhaltige Projekte weiter intensiv fördern und unterstützen.

3.2 Nachhaltigkeit des Wertpapierportfolios

Kreditinstitute können durch eine nachhaltige Anlagestrategie einen Beitrag zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, zum Schutz der Umwelt und Menschenrechte sowie zur Verbesserung sozialer Standards leisten. Folglich bezieht sich das von der ILB betriebene Treasurygeschäft sowohl auf die Aspekte Umweltbelange und Sozialbelange als auch auf die Achtung der Menschenrechte.

Als nachhaltig handelnde Förderbank und Nichthandelsbuchinstitut verfolgt die ILB eine langfristig ausgerichtete und risikoarme Anlagestrategie. Schwerpunkte sind Investitionen in Wertpapiere mit sehr guter Bonität in Kerneuropa in Euro, besicherte Wertpapiere (Covered Bonds) und bei der EZB refinanzierbare Wertpapiere. Zum 31.12.2017 befanden sich im Wertpapierbestand der ILB ausschließlich Papiere im Investment-Grade-Bereich.

Die Anlagestrategie leitet sich aus der jährlich angepassten Risikostrategie der Bank ab. Das Wertpapierportfolio der ILB wird vom Bereich Treasury verantwortet und gesteuert. Der Bereich Risikocontrolling kontrolliert die Wertpapiergeschäfte der Bank und berichtet dem Vorstand alle 14 Tage in einem Handelsbericht zu Entwicklungen und Veränderungen im Wertpapierportfolio. Der Vorstand ist eng in den Prozess eingebunden und entscheidet auf Grundlage der Analysen der Markt- und Marktfolge-Abteilungen über die Einführung von Limiten im Wertpapiergeschäft.

Im Jahr 2014 wurde von der ILB bei der Union Investment Institutional GmbH ein Spezialfonds aufgelegt, der als Rentenfonds mit einem aktuellen Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro (rd. 6 % des Wertpapierbestands) in europäische Unternehmensanleihen investiert. Für Investitionsentscheidungen im Rahmen des Spezialfonds hat die ILB dem Fondsmanager nichtfinanzielle Ausschlusskriterien (ESG-Kriterien) auferlegt. Dabei werden u. a. systematisch Investitionen in Unternehmen, die Streubomben und Landminen herstellen, und in Unternehmen mit extremen Umweltskandalen, Menschenrechtsverletzungen sowie mit Kinder- und Zwangsarbeit ausgeschlossen.

Die erwirtschafteten Zinserträge aus dem Wertpapierportfolio verwendet die ILB u. a. für die bedarfsgerechte Dotierung ihres Förderfonds. Aus den Mitteln des Förderfonds bietet die ILB im Eigengeschäft im Rahmen der Produktfamilie „Brandenburg-Kredit“ zinsverbilligte Förderleistungen im Eigenobligo an. Geförderte Maßnahmen im Rahmen der Brandenburg-Kredit-Familie leisten u. a. einen Beitrag zum Umweltschutz, für die Pflege und Eingliederungshilfe, zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum und zur Modernisierung von Schulen.

3.3 Verantwortungsvolle Unternehmenskultur

Eine gute Unternehmenskultur hat eine maßgebliche Auswirkung auf die Arbeitszufriedenheit und Motivation sowie eine gute gesundheitliche Verfassung der Mitarbeiter. Die positive Gestaltung und kontinuierliche Entwicklung der Unternehmenskultur ist der ILB daher ein wichtiges Anliegen. Der Sachverhalt wirkt auf den Aspekt Arbeitnehmerbelange ein.

Die ILB hat im Jahr 2017 ein Kulturentwicklungsprojekt unter dem Titel „Von einer Zuständigkeits- zu einer Verantwortungskultur“ ins Leben gerufen. Kernziele dieses Projekts waren die Entwicklung eines Zielbilds für die ILB, die Überarbeitung von Führungsleitlinien, die Verbesserung der Kooperation zwischen den Bereichen und eine stärkere Einbeziehung von Mitarbeitern.

Zur Erreichung der Ziele haben sich Führungskräfte, Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte und ausgewählte Mitarbeiter des Personalreferats bereichsübergreifend in sechs Arbeitsgruppen zusammengefunden und im Rahmen von Workshops und Diskussionsrunden Kulturentwicklungsthemen gemeinsam vorangebracht. Im Ergebnis wurden Ende 2017 das Zielbild und die Führungsleitlinien der ILB fertiggestellt und vom Vorstand beschlossen. Darüber hinaus wurden weitere Themen mit Gesamtunternehmensrelevanz, wie z. B. eine Dienstvereinbarung zur Telearbeit, bereichsübergreifend erarbeitet und umgesetzt.

Nachdem das im Jahr 2017 durchgeführte Kulturentwicklungsprojekt erfolgreich den Impuls zu einer Weiterentwicklung der Unternehmenskultur der ILB gegeben hat, soll in den kommenden Jahren die verantwortungsvolle und bereichsübergreifende Zusammenarbeit weiter gestärkt und ausgebaut werden.

3.4 Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die ILB fördert die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, denn familienfreundliche Arbeitsbedingungen stärken die Motivation, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter und erhöhen die Attraktivität der ILB im Wettbewerb um besonders qualifizierte Arbeitskräfte. Entsprechend dieser Überzeugung verfolgt die ILB das Ziel, im Jahr 2018 eine Auditierung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Institution „berufundfamilie“ durchzuführen. Durch einen Beitrag zur Schaffung besserer Arbeitsbedingungen bezieht sich der Sachverhalt auf den Aspekt Arbeitnehmerbelange.

Zur Erreichung des Ziels hat die ILB in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten für eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung und zur Unterstützung von Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen geschaffen und ihr gesundheitsförderndes Angebot für die Beschäftigten ausgebaut.

Für die flexiblere Arbeitszeitgestaltung haben Personalrat und Vorstand im Jahr 2017 eine Dienstvereinbarung zur Telearbeit geschlossen. Es besteht zudem die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, sowie kurz- oder längerfristige Freistellungen in Anspruch zu nehmen. Der in diesem Zusammenhang bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator Teilzeitquote ist in diesem Lagebericht im Kapitel II.4.4 dargestellt.

Alle Mitarbeiter der ILB können seit 2014 eine kostenlose Sozialberatung zu Themen wie z. B. Partnerschaft, Familie und Psyche/Gesundheit in Anspruch nehmen. Dieses Angebot haben im Jahr 2017 6,9 % der Mitarbeiter genutzt. Zur gezielten Unterstützung von Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen hat die ILB im Jahr 2017 eine Kooperationsvereinbarung mit einem Beratungs- und Vermittlungsdienstleister geschlossen.

Im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements können die Mitarbeiter der ILB Seminare wie „Selbst- und Zeitmanagement“ und „Stressmanagement“ oder auch sportliche Angebote nutzen, um sich für die herausfordernde Aufgabe, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, körperlich und psychisch fit zu halten. Darüber hinaus wird in der ILB alle zwei Jahre eine Gesundheitsmesse mit Kursen rund um gesunde Ernährung, Sport und Bewegung veranstaltet. Alle Gesundheitsangebote der ILB werden jährlich evaluiert und bei Bedarf angepasst.

Die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden vom Vorstand und dem Personalreferat verantwortet und von der Gleichstellungsbeauftragten und dem Personalrat begleitet.

3.5 Personalplanung und -entwicklung

Der langfristige Erfolg der ILB wird im Wesentlichen von der Verfügbarkeit, den Kompetenzen und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter bestimmt. Durch eine effektive Personalplanung und -entwicklung stellt die ILB den heutigen und zukünftigen Bedarf an qualifiziertem Personal in den verschiedenen Funktionen der Bank sicher. Der Sachverhalt bezieht sich auf den Aspekt Arbeitnehmerbelange.

In ihrer Personalstrategie beschreibt die ILB ihre zentralen Ziele für die Personalplanung und -entwicklung. Die Weiterentwicklung der Personalstrategie wird vom Vorstand und dem Personalreferat verantwortet und von der Gleichstellungsbeauftragten und dem Personalrat begleitet.

Im Bereich der Personalplanung hat sich die ILB zum Ziel gesetzt, langfristig eine bedarfsgerechte Personalausstattung zu gewährleisten. Dazu wurden von der ILB im Jahr 2017 der Planungshorizont für die quantitative Personalplanung von drei auf sechs Jahre verlängert. Darüber hinaus hat die ILB ihre jährlichen Personalplanungsgespräche auf Bereichsleiterebene und das Personalcontrolling weiterentwickelt.

Im Bereich der Personalentwicklung wurden von der ILB im Berichtsjahr Konzepte zur Talentförderung, Führungskräfteentwicklung und Nachfolgeplanung weiterentwickelt. Darin plant die ILB insbesondere den Ausbau und die stärkere Vernetzung der Personalentwicklungsmaßnahmen sowie eine stärkere Förderung der Führungskompetenzen ausgewählter Mitarbeiter. Der bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator Seminarteilnahmen ist in diesem Lagebericht im Kapitel II.4.4 dargestellt.

3.6 Förderung des Gemeinwohls

Als Förderbank des Landes Brandenburg fühlt sich die ILB mit den Menschen in der Region verbunden. Die ILB übernimmt daher nicht nur Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs, sondern ist als sozial engagiertes Unternehmen auch gesellschaftlich aktiv und wirkt damit auf den Aspekt Sozialbelange ein.

Die ILB engagiert sich für das öffentliche Leben und die Gesellschaft im Land Brandenburg durch die finanzielle Unterstützung von Projekten in den Handlungsfeldern Kultur, Soziales, Wirtschaft, Medien, Integration, Sport und Wissenschaft. Bei den Sponsoring-Engagements konzentriert sich die ILB auf Projekte mit landesweitem Bezug und strebt ein ausgewogenes Verhältnis von langfristigen Kooperationen und Einzelmaßnahmen an.

Anzahl der ILB-gesponserten Projekte pro Handlungsfeld (2017)Im Jahr 2017 hat die ILB insgesamt 70 Projekte im Land Brandenburg mit rd. 300.000 Euro unterstützt. Die meisten Sponsoring- und Spendenzusagen gab es in den Handlungsfeldern Kultur, Soziales und Wirtschaft.

Im Handlungsfeld Soziales unterstützt die ILB u. a. die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“. Im Bereich Integration wurde u. a. dem Online-Hilfeportal „HelpTo“, das als digitales schwarzes Brett für engagierte Privatpersonen, Willkommensinitiativen, Kommunen, soziale Einrichtungen, Unternehmen, Hilfesuchende und Geflüchtete dient, ein Sponsoring zugesagt.

Langfristige Sponsoringaktivitäten sind im jährlichen Kommunikationsplan der ILB berücksichtigt. Unterjährige Einzelmaßnahmen werden auf Basis eines Kriterienkatalogs bewertet und durch den Vorstand beschlossen. In größere Projekte ist der Vorstand teilweise selbst eingebunden, z. B. durch das Halten von Laudationen (Innovationspreis Berlin Brandenburg) oder im Rahmen von Jury-Arbeiten bei bestimmten Preisen (z. B. Zukunftspreis Brandenburg). Alle Sponsoringmaßnahmen werden einmal jährlich in einem Sponsoringbericht zusammengefasst und für die Planung des Folgejahres vom Kommunikationsreferat und dem Vorstand evaluiert.

3.7 Korruptionsbekämpfung

Die ILB duldet keine Korruption, denn sie ist rechtlich strafbar und kann insbesondere bei der Fördermittelvergabe Zweifel an der sinnvollen Nutzung von Steuergeldern erzeugen, die gerechte Mittelvergabe erschweren und zu volkswirtschaftlichen Schäden führen.

Das Konzept zur Korruptionsbekämpfung in der ILB ist in der Arbeitsanweisung „Bekämpfung der Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger strafbarer Handlungen“ umgesetzt. Darin werden Anzeichen für Korruption dargestellt und generelle Verhaltensweisen für Mitarbeiter festgelegt. Darüber hinaus werden Regelungen zur Annahme und Gewährung von Geschenken und Einladungen getroffen. Mitarbeiter sind verpflichtet, eine Schulung zur „Prävention sonstiger strafbarer Handlungen“ zu absolvieren, in der das Thema Korruptionsbekämpfung behandelt wird.

Zur Verhinderung von Korruption im Kerngeschäft der ILB – der Fördermittelvergabe – arbeiten alle Mitarbeiter unter dem Vier-Augen-Prinzip. Das betrifft sowohl die Antragsbewilligung als auch die Mittelauszahlung und die Prüfung des Verwendungsnachweises. Dadurch wird sichergestellt, dass in allen Prozessschritten der Fördermittelvergabe eine gegenseitige Kontrolle erfolgt.

Die Compliancebeauftragte ist als zentrale Stelle institutsgruppenweit für die Angemessenheit und Wirksamkeit der Compliance-Organisation zur Prävention sonstiger strafbarer Handlungen, wie u. a. Korruption, verantwortlich. Sie ist direkt dem Vorstand unterstellt und im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung weisungsunabhängig. Die Compliancebeauftragte erstellt einmal im Jahr einen Compliance-Bericht, den der Vorstand und der Verwaltungsrat zur Kenntnisnahme erhalten. Im Berichtsjahr gab es keine Feststellungen.

3.8 Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Als Förderbank des Landes sieht sich die ILB bei der Umsetzung der Förderpolitik in Brandenburg in hohem Maße zu verantwortlichem und transparentem Handeln gegenüber der Öffentlichkeit sowie den Auftraggebern, Kunden und Beschäftigten verpflichtet und wirkt damit auf den Aspekt Bekämpfung von Bestechung und Korruption ein. Für den Erfolg, die Glaubwürdigkeit und Integrität der ILB ist eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung unverzichtbar.

Die Grundlagen der verantwortungsvollen Unternehmensführung sind im Corporate Governance Kodex der ILB verankert. Der Kodex orientiert sich in Inhalt und Struktur am Deutschen Corporate Governance Kodex sowie am Corporate Governance Kodex des Landes Brandenburg. Die Mitglieder des Vorstandes und des Verwaltungsrates der ILB haben die Vorgaben durch entsprechende Beschlüsse in ihrem Regelwerk verankert und befolgen die Vorgaben des Corporate Governance Kodex der ILB.

Der Kodex wird von der ILB regelmäßig im Hinblick auf Neuentwicklungen überprüft, bei Bedarf angepasst und auf der Internetseite der ILB veröffentlicht. Über die Einhaltung des Corporate Governance Kodex der ILB berichten Vorstand und Verwaltungsrat im Corporate Governance Bericht und der darin enthaltenen Entsprechenserklärung. Den Empfehlungen des Kodex wurde mit zwei nachvollziehbar begründeten Abweichungen entsprochen.

3.9 Informationssicherheit

Die Informationssicherheit ist wesentlicher Bestandteil der Geschäftspolitik der ILB. Unter dem Begriff Informationssicherheit versteht die ILB den Schutz von Daten und anderen Informationen jeglicher Art und Herkunft.

Für den Schutz von Informationen sowie denen zur Verarbeitung von Informationen eingesetzten Prozesse und Systeme werden die Sicherheitsziele Vertraulichkeit, Verfügbarkeit, Integrität und Authentizität verfolgt. Zur Erreichung der Sicherheitsziele hat die ILB auf Grundlage des international anerkannten Informationssicherheitsstandards DIN ISO/IEC 27001 ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) implementiert, das in der Informationssicherheitsleitlinie der ILB verankert ist. Durch den Betrieb der im ISMS definierten Methoden und Prozesse wird eine transparente Einhaltung eines angemessenen Informationssicherheitsniveaus in der ILB sichergestellt. Ein jährlicher ISMS-Umsetzungsplan definiert Maßnahmen für das jeweilige Geschäftsjahr. Alle Mitarbeiter der ILB werden zum Thema Informationssicherheit geschult.

Die Verantwortung für die Informationssicherheit trägt der Vorstand. Die Funktion Informationssicherheit ist in der ILB an den Informationssicherheitsbeauftragten delegiert.

Der Informationssicherheitsbeauftragte hat im Berichtsjahr die Informationssicherheitsleitlinie überarbeitet und eine Quartals- und Jahresberichterstattung etabliert. In der Berichterstattung wird über die Wirksamkeit der Informationssicherheit und die aktuelle Bedrohungslage berichtet wird. Die sich aus dem Bericht ergebenden Maßnahmen fließen in den ISMS-Umsetzungsplan für das Jahr 2018 ein.