Die ILB fördert Existenzgründungen, gewerbliche Unternehmen sowie Agrar- und Medienunternehmen. Darüber hinaus unterstützt die ILB Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung mit Venture Capital, Eigenkapital und eigenkapitalähnlichen Finanzierungen.

Auftraggeber der Landesförderprogramme waren die Ministerien* für Wirtschaft und Energie, für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, für Infrastruktur und Landesplanung, für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg sowie die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH. Ergänzend zur Landesförderung bietet die Bank eigene Förderprogramme an.

Das Förderfeld Wirtschaft richtet sich inhaltlich an den Prioritätsachsen – d. h. den thematischen Schwerpunkten – des Operationellen Programmes (OP) des Landes Brandenburg für den EFRE in der Förderperiode 2014 – 2020 aus. Das Segment Landwirtschaft orientiert sich am Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins (EPLR) des ELER. Darüber hinaus ist die ILB in der aktuellen EFRE-Förderperiode im Bereich der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ) als Bewilligungs- und Zahlungsstelle in die Bearbeitung des INTERREG-Programms eingebunden.

Ergebnisse der Förderung

Im Förderfeld Wirtschaft verzeichnete die ILB in 2019 ein hervorragendes Ergebnis. Die Anzahl der Zusagen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent auf 3.438. Das Fördervolumen konnte um ein Drittel auf 503 Millionen Euro gesteigert werden.

Von diesen 503 Millionen Euro entfielen 317 Millionen Euro auf Landesförderprogramme, dies entspricht einem Anstieg des Fördervolumens um 38 Prozent. Maßgeblich hierfür war zum einen der Sondereffekt des Dürrehilfe-Programms für Agarbetriebe mit einem Zusagevolumen von 72 Millionen Euro. Zum anderen trugen klassische Programme wie die beiden Richtlinien der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-G)“ mit Zusagen von zusammen 95 Millionen Euro sowie „ProFIT“ mit Zusagen von 41 Millionen Euro wesentlich zu dem Ergebnis bei.

Auch die Anzahl der Projekte erhöhte sich deutlich. 3.150 Vorhaben konnten in 2019 durch die ILB im Auftrag des Landes gefördert werden, 84 Prozent mehr als im Vorjahr. Hier sind insbesondere die Programme „1000 Speicher“ mit 955 und „Dürrehilfe“ mit 735 Zusagen zu nennen sowie 304 Bewilligungen im Rahmen der Medienförderung.

Bei den ILB-Förderprogrammen steigerte die Bank das Zusagevolumen in 2019 um rund ein Viertel auf 186 Millionen Euro. Besonders stark nachgefragt wurden der „Brandenburg-Kredit für den Mittelstand“ und der „Brandenburg-Kredit für den Ländlichen Raum“ mit einem Volumen von insgesamt 98 Millionen Euro.

In der gewerblichen Wirtschaft verzeichnete die ILB in 2019 einen Anstieg des Fördervolumens um 16 Prozent auf 210 Millionen Euro, davon 131 Millionen über Landesförderproramme. Mehr als die Hälfte des Volumens entfiel dabei auf die bereits genannten Richtlinien der „GRW-G“. Allein durch die Förderung über diese beiden Richtlinien können Investitionen von 518 Millionen Euro realisiert werden.

Weiterhin stark nachgefragt war auch die Richtlinie „RENplus 2014-2020“. Hier konnten die Bank 72 Vorhaben und damit 36 Prozent mehr fördern als im Vorjahr. Über dieses Programm werden Maßnahmen zur Senkung des energiebedingten CO2-Ausstoßes gefördert.

Bei den ILB-Förderprogrammen konnten 80 Millionen Euro zugesagt und damit die guten Ergebnisse des Vorjahres noch übertroffen werden. Wesentlich dazu beigetragen haben die bereits genannten „Brandenburg-Kredite für den Mittelstand“.

Das Fördervolumen der Landesförderprogramme im Bereich Innovation erreichte im Jahr 2019 insgesamt 57 Millionen Euro und damit 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der eingangs genannten Richtline „ProFIT“ zur Stärkung der Innovationsintensität der Brandenburger Wirtschaft steigerte die Bank das Zusagevolumen auf 41 Millionen Euro und ermöglichte damit Investitionen von 63 Millionen Euro.

Auch der „Brandenburgische Innovationsgutschein“ bleibt ein Erfolgsmodell. Über die Richtlinie werden kleine und mittlere Unternehmen und Handwerksbetriebe gefördert, um Digitalisierungsmaßnahmen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu realisieren. Allein das Zusagevolumen von 13 Millionen Euro aus dieser Richtlinie wird zu mehr als doppelt so hohen Investitionen führen.

Im Rahmen der Agrarförderung über Landesförderprogramme sagte die ILB im Jahr 2019 insgesamt 163 Millionen Euro für 1.085 Vorhaben zu. Maßgeblich für dieses Ergebnis war der bereits genannte Sondereffekt des „Dürrehilfeprogramms“ für Agrarbetriebe mit einem Zusagevolumen von 72 Millionen Euro. Diese Richtlinie hatte die ILB kurzfristig als zusätzliche Aufgabe vom Land übernommen. Die Fördermittel haben 735 Brandenburger Agrarbetrieben geholfen, ihre aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit entstandenen Schäden zu verringern.

Zusätzlich zur Landesförderung bietet die ILB „Brandenburg-Kredite für den Ländlichen Raum“ an. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Das Zusagevolumen stieg um 51 Prozent auf 75 Millionen Euro. Die Kredite decken bis zu 100 Prozent des Finanzierungsbedarfs und bieten besondere Zinsvorteile für nachhaltige Investitionen und für Junglandwirte.

Im Rahmen der Medienförderung für die Hauptstadtregion verwaltet die ILB im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg als Treuhänder und Geschäftsbesorger für die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH die Fördermaßnahmen des Filmförderfonds der Länder Berlin und Brandenburg. Im Jahr 2019 bewilligte die Bank 33 Millionen Euro und konnte damit das gute Ergebnis des Vorjahres nochmals steigern. Die Fördermittel werden zu Investitionen von 422 Millionen Euro führen. Jeder Förder-Euro ermöglicht damit Investitionen von rund 13 Euro.

Die Bank ergänzt die Medienförderung mit ihrem Programm „Zwischenfinanzierung von Filmproduktionen“. In 2019 unterstützte sie darüber 21 Produktionen mit insgesamt 8 Millionen Euro.

Mit ihren Kapitalbeteiligungsgesellschaften leistet die Bank einen wichtigen Beitrag zur Eigenkapitalfinanzierung von wachstums- und innovationsorientierten Unternehmen in Brandenburg. Sie verfolgt damit das Ziel, die Eigenkapitalausstattung dieser zumeist kleinen und mittleren Unternehmen durch Direktbeteiligungen und Mezzanine-Finanzierungen zu stärken. Die Mittel für die im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie errichteten Fonds werden vom EFRE, vom Land Brandenburg und der ILB zur Verfügung gestellt.

Die ILB-Töchter KBB Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH und ILB Beteiligungsgesellschaft mbH haben ihre Portfolios weitestgehend abgewickelt. Daher ist im Jahr 2019 die gesellschaftsrechtliche Zusammenfassung der beiden Gesellschaften durch Verschmelzung erfolgt. Das Neugeschäft im Bereich der Eigenkapitalfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen im Land Brandenburg wird über die ILB-Tochter Brandenburg Kapital GmbH unter dem Management der ILB realisiert. Im Ergebnis konnten die Strukturen und die Zahl der Konzernbeteiligungen gestrafft und optimiert werden.

Der im Jahr 2015 aufgelegte Frühphasen- und Wachstumsfonds mit einem Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro wurde im Jahr 2019 aufgrund der angestiegenen Investitionsaktivitäten um 25 Millionen Euro erhöht. Bisher hat sich die ILB mit insgesamt 42 Millionen Euro an 38 Unternehmen beteiligt und dadurch Ko-Investitionen von weiteren 115 Millionen Euro für diese Unternehmen ermöglicht. Durch die Investitionen des Fonds konnten bisher rund 600 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Darüber hinaus vergibt die ILB ebenfalls seit 2015 aus dem „Brandenburg-Kredit Mezzanine“ eigenkapitalähnliche Nachrangdarlehen an kleine und mittlere Unternehmen. Hieraus wurden bisher 19 Unternehmen mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert und damit Investitionen von 149 Millionen Euro mitfinanziert. Auch dieses Angebot erfreute sich 2019 einer verstärkten Nachfrage, daher wurde das Programmvolumen um weitere 6 Millionen Euro auf fast 39 Millionen Euro erhöht.

Tabelle: Von der ILB gehaltene Beteiligungen

Im Rahmen des Hausbankenverfahrens arbeitet die ILB mit Instituten aus allen Bankengruppen wettbewerbsneutral zusammen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kooperation mit den Sparkassen im Land. Hier fungiert die Bank zusätzlich für die Sparkassen als Leitinstitut bei der Abwicklung der Förderprogramme der KfW-Bankengruppe. Im Durchleitungsgeschäft von KfW-Krediten für die Wirtschaft an die Sparkassen in Brandenburg sagte die ILB im Jahr 2019 insgesamt 17 Millionen Euro und damit weit mehr als das Doppelte des Vorjahres zu.

Über ihre Förderprogramme und Beteiligungen hinaus engagiert sich die Bank auch in Existenzgründungsinitiativen. Die ILB organisiert gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW). Der BPW ist die größte regionale Existenzgründungsinitiative Deutschlands und unterstützt jeweils über einen Zeitraum von neun Monaten Gründungswillige bei der Erstellung von Geschäftskonzepten durch ein Expertennetzwerk, Seminare und Kontaktveranstaltungen.

Ebenfalls gemeinsam mit der IBB ist die ILB Veranstalter der jährlichen Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT), der größten Existenzgründungsmesse Deutschlands. Die deGUT bietet an zwei Tagen ein umfangreiches kostenloses Seminarprogramm sowie Kontakte zu Experten, Mentoren und Gleichgesinnten. Dabei wendet sie sich sowohl an Gründungswillige als auch an bereits etablierte Unternehmen.

Die Nachfrage nach den Angeboten für Gründungen bleibt anhaltend hoch: Im Jahr 2019 konnten die beiden Existenzgründungsinitiativen insgesamt fast 8.000 Teilnehmer verzeichnen und damit erneut einen herausragenden Wert erreichen.

„Mit dem Dürrehilfenprogramm hat die ILB unter Beweis gestellt, dass sie neben der planbaren Geschäftsbesorgung für das Land auch kurzfristig zusätzliche Programme erfolgreich bearbeiten kann. Insgesamt wurden für die Brandenburger Wirtschaft 503 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.“

Kerstin Jöntgen
Mitglied des Vorstandes der ILB

Stand: 28.05.2020