Die ILB fördert Existenzgründungen sowie gewerbliche Unternehmen, Agrar- und Medienunternehmen. Auftraggeber sind die Ministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Ergänzend zu den Förderrichtlinien bietet die Bank eigene Produkte an.

Leitend für die inhaltliche Ausrichtung des Förderfeldes Wirtschaft sind unter anderem die Prioritätenachsen, d. h. die thematischen Schwerpunkte, des Operationellen Programmes (OP) des Landes Brandenburg für den EFRE in der Förderperiode 2014–2020. Das Segment Landwirtschaft orientiert sich am Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins (EPLR) des ELER.

Die ILB fördert die Investitionstätigkeit von Unternehmen im Land Brandenburg und bietet insbesondere Programme zur Förderung von gewerblichen kleinen und mittelständischen Unternehmen, innovativen Vorhaben, Investitionen im Agrarbereich und Medienprojekten. Darüber hinaus unterstützt die ILB Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung mit Venture Capital, Eigenkapital und Eigenkapital-ähnlichen Finanzierungen.

Grafik: Förderfeld Wirtschaft. Entwicklung des Zusagevolumens 2003 – 2017

Ergebnisse der Förderung

Im Förderfeld Wirtschaft sagte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 607,8 Millionen Euro für 1.580 Vorhaben zu und konnte damit das Fördervolumenvolumen um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern.

Das Fördervolumen im Auftrag des Landes erhöhte sich auf 279,4 Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hat im Rahmen der Geschäftsbesorgung die erneut starke Nachfrage nach Fördermitteln aus den beiden Richtlinien der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur – Gewerbe (GRW-G)“. Hier sagte die Bank insgesamt 163,2 Millionen Euro zu und konnte damit das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent steigern.

Noch deutlicher angestiegen ist das Volumen bei den ILB-Produkten. Mit 328,4 Millionen Euro sagte die Bank 52 Prozent mehr zu als im Vorjahr. Eines der wichtigsten Programme hier war der „Brandenburg-Kredit für den Ländlichen Raum“. Aufgrund des anhaltend großen Interesses der Agrarunternehmen an diesem Angebot konnte die ILB mit 67,5 Millionen Euro das Vorjahresergebnis um 13 Prozent übertreffen und ermöglichte damit Investitionen in Höhe von 116,9 Millionen Euro.

In der gewerblichen Wirtschaft sagte die Bank insgesamt 410,9 Millionen Euro für 794 Vorhaben zu und steigerte damit das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent.

Im Rahmen der Geschäftsbesorgung bewilligte die ILB 178,6 Millionen Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Das mit Abstand größte Fördervolumen erzielte die eingangs erwähnte Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-G)“. Die Fördermittel der beiden Richtlinien der GRW-G ermöglichten Investitionen in Höhe von zusammen 959,9 Millionen Euro für 266 Vorhaben.

Einen erfreulichen Start verzeichnete die neue Richtlinie „Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland (NESUR-KMU)“. Dieses Programm fördert unternehmerische Initiativen und lokale Beschäftigung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie freiberuflich Tätigen. Die ILB konnte über dieses Programm Fördermittel für 89 Vorhaben mit einem Volumen von insgesamt 4,1 Millionen Euro zusagen. Die Gelder legten die Grundlage für Investitionen in Höhe von 9,2 Millionen Euro, mehr als das Doppelte der bewilligten Fördermittel.

Bei den ILB-Produkten konnte die Bank mit Zusagen in Höhe von 232,3 Millionen Euro das Vorjahresergebnis fast verdoppeln. Besonders hervorzuheben ist hier neben 121,4 Millionen Euro im Rahmen der Hausbankenrefinanzierung das Programm „ILB-Wachstumsprogramm für den Mittelstand“. Hier unterstützt die ILB mittelständische Unternehmen und deren Hausbanken bei der Finanzierung von Investitionen zur Erhaltung und Schaffung von wettbewerbssicheren und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Im Jahr 2017 konnte die Bank ein Zusagevolumen in Höhe von 57,1 Millionen Euro erzielen und das Ergebnis damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffachen.

Das Fördervolumen im Bereich Innovation im Auftrag des Landes erreichte im Jahr 2017 insgesamt 51,6 Millionen Euro und damit eine Verdopplung des Vorjahreswertes. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Richtlinie „Wissens- und Technologietransfer/ Clustermanagement“ mit Zusagen in Höhe von 28,1 Millionen Euro. Ziel des Programms ist es, die Umsetzung der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Brandenburg und Berlin, ergänzt um brandenburg-spezifische Cluster, weiter voranzutreiben.

Im Rahmen der Agrarförderung sagte die ILB 82,1 Millionen Euro zu, davon entfielen 13,9 Millionen Euro auf Richtlinien im Auftrag des Landes und 68,2 Millionen Euro auf ILB-Produkte, hauptsächlich auf den eingangs genannten „Brandenburg-Kredit für den Ländlichen Raum“. Hier unterstützte die ILB 105 landwirtschaftliche Vorhaben.

Die Medienförderung hat für die Region eine besondere Bedeutung. Hier verwaltet die ILB im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg als Treuhänder und Geschäftsbesorger für die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH die Fördermaßnahmen des Filmförderfonds der Länder Berlin und Brandenburg. Im Jahr 2017 bewilligte die Bank Mittel in Höhe von 24,5 Millionen Euro. Das damit ermöglichte Investitionsvolumen in Höhe von 296,9 Millionen Euro betrug mehr als das 12-fache der ausgereichten Fördermittel.

Das Zusagevolumen des ILB-Produktes „Zwischenfinanzierung von Filmproduktionen“ erreichte 13,7 Millionen Euro.

Im Rahmen des Hausbankenverfahrens arbeitet die ILB mit Instituten aus allen Bankengruppen wettbewerbsneutral zusammen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kooperation mit den Sparkassen im Land. Seit bereits zehn Jahren fungiert die Bank für die Sparkassen als Leitinstitut bei der Abwicklung der Förderprogramme der KfW-Bankengruppe. Im Durchleitungsgeschäft von KfW-Krediten für die Wirtschaft an die Sparkassen in Brandenburg sagte die ILB für 89 Vorhaben insgesamt 8,5 Millionen Euro zu.

Mit ihren Kapitalbeteiligungsgesellschaften leistet die ILB einen wichtigen Beitrag zur Eigenkapitalfinanzierung von wachstums- und innovationsorientierten Unternehmen in Brandenburg. Sie verfolgt damit das Ziel, die Eigenkapitalausstattung dieser zumeist kleinen und mittleren Unternehmen durch Direktbeteiligungen und Mezzanine-Finanzierungen zu stärken.

Die Mittel für die im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Energie errichteten Fonds werden vom EFRE, vom Land Brandenburg und der ILB zur Verfügung gestellt.

Über den im Jahr 2015 aufgelegten Frühphasen- und Wachstumsfonds mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 70,0 Millionen Euro hat sich die ILB bisher mit insgesamt 20,8 Millionen Euro an 25 Unternehmen beteiligt. Durch die Investitionen des Fonds konnten bisher rund 500 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Darüber hinaus vergibt die ILB ebenfalls seit 2015 aus dem „Brandenburg-Kredit Mezzanine II“ Eigenkapitalähnliche Nachrangdarlehen an kleine und mittlere Unternehmen. Hieraus wurden bisher 9 Unternehmen mit insgesamt 10,9 Millionen Euro finanziert.

Tabelle: Von der ILB gehaltene Beteiligungen

Über ihre Förderprogramme und Beteiligungen hinaus engagiert sich die Bank auch in Existenzgründungsinitiativen. Die ILB organisiert gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW). Der BPW ist die größte regionale Existenzgründungsinitiative Deutschlands und unterstützt jeweils über einen Zeitraum von neun Monaten Gründungswillige bei der Erstellung von Geschäftskonzepten durch ein Expertennetzwerk, Seminare und Kontaktveranstaltungen.

Ebenfalls gemeinsam mit der IBB ist die ILB Veranstalter der jährlichen Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT), der größten Existenzgründungsmesse Deutschlands. Die deGUT bietet an zwei Tagen ein umfangreiches, kostenloses Seminarprogramm sowie Kontakte zu Experten, Mentoren und Gleichgesinnten. Dabei wendet sie sich sowohl an Gründungswillige als auch an bereits etablierte Unternehmen.

Die Nachfrage nach den Angeboten für Gründungen bleibt konstant hoch: Im Jahr 2017 konnten die beiden Existenzgründungsinitiativen deGUT und BPW insgesamt rund 7.500 Teilnehmer verzeichnen.

„Die Nachfrage der Brandenburger Unternehmen nach Fördermitteln bleibt anhaltend hoch. Die ILB konnte das Fördervolumen im Bereich Wirtschaft um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr steigern.“

Kerstin Jöntgen
Mitglied des Vorstandes der ILB