Editorial des Vorstandes der ILB

Die ILB unterstützte im Jahr 2020 fast 70.000 Förderprojekte und sagte dafür rund 2,3 Milliarden Euro zu. Allein über die Corona-Sonderprogramme erhielten 64.100 Unternehmen und Soloselbstständige Hilfen in Höhe von rund 580 Millionen Euro. Im Jahr 2021 wird gemeinsam mit dem Land Brandenburg unter anderem die neue EU-Förderperiode vorbereitet.

Foto: Detailaufnahme des eingelassenen ILB-Logos in der Fassade des ILB-Gebäudes

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen Sie herzlich auf unserer neuen Plattform „Erfolgsgeschichten“. Sicher haben Sie bereits auf der Startseite gesehen, dass wir hier eine breite Palette an Informationen rund um die Arbeit der ILB zusammengestellt haben.

Das Jahr 2020 stellte auch die ILB als Förderbank vor bis dahin unbekannte Herausforderungen.  Die ILB wurde im Frühjahr 2020 von der Landesregierung mit der Bearbeitung der Corona-Soforthilfen beauftragt. Innerhalb kürzester Zeit stellten wir eine personelle und technische Infrastruktur zur Auszahlung von Geldern bereit, die es in dieser Größenordnung seit Gründung unserer Bank vor fast 30 Jahren noch nicht gegeben hat.

Mehr als ein Drittel unserer Beschäftigten war ausschließlich mit der Bearbeitung der Soforthilfen befasst und so konnten wir allein im Frühjahr innerhalb von nur zwei Monaten 531 Millionen Euro an Soforthilfen für 61.200 Unternehmen und Soloselbstständige auszahlen. In der Folge ergaben sich dadurch zwischenzeitig Rückstände in der Bearbeitung anderer Förderprogramme, die in der zweiten Jahreshälfte nahezu vollständig aufgeholt werden konnten.

Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2020 geleistet haben, ist in der Geschichte der ILB bisher einzigartig. Wir sind sehr stolz auf den Leistungswillen und die Leistungsfähigkeit unserer Beschäftigten. Gemeinsam konnten wir einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand vieler Brandenburger Unternehmen und zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze leisten.

Nach einer Atempause im Sommer erforderte die Pandemie im zweiten Halbjahr 2020 weitere Hilfsangebote. Mit den Überbrückungshilfen der Bundesregierung unterstützten wir rund 2.900 Brandenburger Unternehmen mit 37 Millionen Euro. Ein weiteres Angebot war das Kreditprogramm „Corona Mezzanine Brandenburg“, ein Nachrangdarlehen insbesondere für Start-ups in Kooperation mit der KfW, über das wir weitere knapp 11 Millionen Euro bewilligten.

Doch auch wenn es rückblickend so scheint, stand das Jahr 2020 nicht nur im Zeichen der Krisenbewältigung. Außerhalb der Corona-Programme sagten wir rund 1,7 Milliarden Euro für fast 5.600 Projekte zu. Wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen haben Unternehmensinvestitionen, der Innovations- und Technologiesektor, die Entwicklung der wirtschaftsnahen Infrastruktur, aber auch der Neubau von Mietwohnungen sowie ein bemerkenswert starkes Gründungsgeschehen. Die Förderzusagen ermöglichen in den nächsten Jahren Investitionen von 2,2 Milliarden Euro in Brandenburg. Damit verbunden sind unter anderem 6.200 neu geschaffene oder gesicherte Arbeitsplätze und bessere Lebensverhältnisse für viele Menschen.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie die Förderung von Projekten in der Praxis ankommt, schauen Sie doch hin und wieder auf dieser Plattform „Erfolgsgeschichten“ vorbei. Wir veröffentlichen hier regelmäßig neue erfolgreiche Praxisbeispiele.

Alle Details zu den Förderergebnissen finden Sie auf dieser Plattform in der Rubrik „Förderbericht“.

Auch handelsrechtlich können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Bilanzsumme der ILB erhöhte sich von 13,7 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 14,3 Milliarden Euro im Jahr 2020. Auch das Ergebnis vor Risikovorsorge und Reservebildung in Höhe von 46,6 Millionen Euro konnte den Vorjahreswert übertreffen.

Die Bank kann ihr Eigenkapital um weitere 25 Millionen Euro stärken. Die aufsichtsrechtlich anrechenbaren Eigenmittel der ILB haben sich damit von 110 Millionen Euro bei Gründung der ILB im Jahr 1992 ausschließlich durch selbsterwirtschaftete Erträge auf über 670 Millionen Euro mehr als versechsfacht.

Zudem werden wir erneut 5 Millionen Euro aus dem Jahresergebnis für den in 2006 aufgelegten ILB-Förderfonds bereitstellen, dem damit nun insgesamt 105 Millionen Euro zugeführt wurden. Der Fonds dient unter anderem der Zinsverbilligung der Brandenburg-Kredite, mit denen wir die Landesförderprogramme im Rahmen des Eigengeschäfts ergänzen.

Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Im Jahr 2021 stehen wir vor weiteren Herausforderungen der Corona-Pandemie. Wir werden die Corona-Sonderprogramme wie im Vorjahr zügig bearbeiten und damit den Soloselbstständigen und Unternehmen in Brandenburg weiterhin über die schweren Zeiten helfen.

Doch nicht nur Corona bestimmt den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag. Als Förderbank des Landes Brandenburg engagieren wir uns auch in diesem Jahr mit gleicher Kraft bei der Förderung von Wirtschaft, Arbeit, Infrastruktur und Wohnungsbau. Die bereits eingeführten Programme werden in 2021 durch eine Reihe neuer Förderangebote ergänzt. Hierzu zählt die Richtlinie „Strukturentwicklung zum Lausitzer Braunkohlerevier“ zur Förderung kommunaler Projekte in der Kohleausstiegsregion. Der Bund stellt dem Land Brandenburg dafür bis 2038 mehr als 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel sind Teil der insgesamt 10,3 Milliarden Euro des Bundes zur Strukturstärkung in der Lausitz.

Wir planen für 2021 – ohne Coronaprogramme – ein Neuzusagevolumen von 1,1 Milliarden Euro. Dabei stehen der Abschluss der EU-Förderperiode 2014-2020 und die Vorbereitung der neuen EU-Förderperiode gemeinsam mit der Landesregierung im Fokus. Die EU-Kommission hat den mehrjährigen Finanzrahmen für die Fortsetzung der zielgerichteten Förderung in Brandenburg verabschiedet. Nun gilt es, ihn mit Leben zu füllen.

Auf unserer Agenda steht auch die weitere Optimierung von Prozessen. Die Digitalisierung ist dabei ein wichtiger Treiber. So planen wir ein neues Kundenportal, um künftig einen besseren Service bei der Antragstellung und -bearbeitung bieten zu können. Weiterhin werden wir unser Nachhaltigkeits-Management weiter ausbauen.

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie sehen, auch das Jahr 2021 hält vielfältige Aufgaben für uns als Förderbank bereit. Wir haben im vergangenen Jahr gezeigt, wie gut wir mit Herausforderungen umgehen können. Diese Stärke setzen wir auch weiterhin für Brandenburg ein.

Unterschrift Tillmann Stenger
Tillmann Stenger
Unterschrift Kerstin Joentgen
Kerstin Joentgen
Unterschrift Christian Kistner
Christian Kistner

Stand: 19.02.2021