Sehr geehrte Damen und Herren,

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die Ansprüche daran sind regional unterschiedlich und ändern sich mit den Zeiten. Wohnen in Deutschland setzt heute die Einbettung des eigenen Heims in eine regionale Infrastruktur voraus. Dies fängt bei der Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz an und hört bei Trinkwasser und Müllentsorgung nicht auf. Angebote für Gesundheit, Bildung und Kultur zählen ebenso dazu wie für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen.

Darüber hinaus ist modernes Wohnen ohne eine Vernetzung in den überregionalen digitalen Strukturen kaum noch vorstellbar. Immer mehr regionale Angebote sind auch über das World Wide Web erreichbar oder werden sogar – wie einzelne Leistungen der medizinischen Versorgung in dünn besiedelten Gebieten – digital ergänzt. Ebenso wie die regionale Infrastruktur trägt daher die Breitbandversorgung dazu bei, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Wohnen hat viele Facetten. Es ist die Aufgabe der Gesellschaft, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um gutes Wohnen für alle Menschen möglich zu machen. Alle Akteure müssen abgestimmt zusammenarbeiten, um angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Gemeinsam mit der Landesregierung und der Wohnungswirtschaft zählt die ILB zu den wichtigen Partnern des Wohnungsbaus. Und dies bereits seit 28 Jahren. Über die ILB flossen seit ihrer Gründung 9,4 Milliarden Euro Fördermittel aus Bundes- und Landesmitteln in Wohnungsbauprojekte.

Diese Fördermittel ergänzt die ILB mit eigenen Finanzierungsangeboten aus der Brandenburg-Kredit-Familie. Brandenburg- Kredite wie „Energieeffizienter Wohnungsbau“, „Mietwohnungsneubau“, „Wohnraum modernisieren“ und „Altersgerecht umbauen“ tragen dazu bei, die Wohnsituation für die Menschen zu verbessern. Allein über die genannten Programme stellte die ILB bisher zinsverbilligte Darlehen in Höhe von 170 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Fördermittel und die ILB-eigenen Angebote legten den finanziellen Grundstein für umfassende Investitionen: Seit den 1990er Jahren konnten insgesamt rund 333.000 Wohneinheiten neu gebaut oder modernisiert werden.

Weitere Informationen zum Wohnungsbau in Brandenburg haben wir für Sie im Leitthema dieses Geschäftsberichtes zusammengestellt. Dort werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte der Förderung in unserem Bundesland, stellen Ihnen interessante Bauprojekte vor und beleuchten die aktuelle Wohnraumsituation.

Der Wohnungsbau ist jedoch nur eines der Förderfelder, in denen die ILB aktiv ist. Wir engagieren uns ebenso für die Brandenburger Wirtschaft, die Infrastruktur und im Bereich Arbeit.

Insgesamt konnten wir in diesen vier Förderfeldern im vergangenen Jahr fast 1,8 Milliarden Euro zusagen. Das ist eines der höchsten Ergebnisse seit Mitte der 1990er Jahre. Die zugesagten Mittel ermöglichen Investitionen von 2,7 Milliarden Euro. Konkret können damit mehr als 6.200 Vorhaben realisiert werden – auch damit erreichten wir einen der höchsten Werte der letzten 20 Jahre.

Der Nutzen der Förderung in 2019 für Brandenburg lässt sich anhand konkreter Zahlen belegen: So werden mit den Investitionen über 14.000 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert. Fast 2.000 Wohneinheiten können neu gebaut oder modernisiert werden. Und mehr als 33.000 Menschen profitieren von den Maßnahmen im Förderbereich Arbeit.

Wesentlich zu diesem guten Ergebnis beigetragen hat die deutlich gestiegene Nachfrage in den Programmen zur Förderung von Innovationen, der gewerblichen Wirtschaft sowie der sozialen und wirtschaftsnahen Infrastruktur.

Darüber hinaus konnten wir durch die Übernahme zusätzlicher unerwarteter Aufgaben für das Land erneut die Flexibilität unseres Hauses unter Beweis stellen. So haben wir insgesamt 72 Millionen Euro im Rahmen der Dürrehilfe für 735 landwirtschaftliche Betriebe zugesagt und eine weitere Tranche im Breitbandausbau mit 198 Millionen Euro platziert.

Den Erfolg unserer Bank spiegelt auch das handelsrechtliche Ergebnis wider: Unser Bilanzvolumen erhöhte sich weiter auf 13,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Risikovorsorge konnte im Vergleich zum Vorjahr um 3 Millionen Euro auf 46 Millionen Euro gesteigert werden.

Aufgrund dieser guten Ergebnisse kann die Bank ihr Eigenkapital um 29 Millionen Euro steigern. In Folge der langjährig erfolgreichen Entwicklung ist es uns damit gelungen, die Eigenmittel seit Gründung der Bank im Jahr 1992 von 100 Millionen Euro auf 650 Millionen Euro aus eigener Kraft zu verstärken.

Diese Wirtschaftskraft werden wir auch im Jahr 2020 für Brandenburg einsetzen. Darüber hinaus steht auf unserer Agenda der Bürokratieabbau. Die Beantragung von Fördermitteln soll vereinfacht und die Kundenorientierung insgesamt gestärkt werden. Wir werden die Regierung, die dieses Thema in ihrem Koalitionsvertrag zu einer wichtigen Aufgabe der laufenden Legislatur gemacht hat, dabei nach Kräften unterstützen.

Zudem werden wir den Strukturwandel in der Lausitz weiter aktiv begleiten und nach Inkrafttreten des Strukturstärkungsgesetzes für die Kohleregionen die finanztechnische Umsetzung der Fördermaßnahmen sicherstellen. Um nach dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2038 einen wirtschaftlichen Ausgleich für die betroffenen Regionen zu schaffen, stehen für Brandenburg rund 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Maßgeblich geprägt ist unsere Arbeit in 2020 von den Folgen der Corona-Pandemie. Mit Stand vom 18. Mai verzeichneten wir rund 74.000 Antragseingänge. Innerhalb von nur acht Wochen wurden mehr als 500 Millionen Euro an über 60.000 Antragsteller ausgezahlt – eine in der Geschichte der ILB bisher beispiellose Leistung. Wir danken unseren Beschäftigten für ihren hohen Einsatz, ohne den dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre. Das Soforthilfe-Programm des Landes läuft noch bis zum 31. Mai 2020.

Die Corona-Krise führt uns allen vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben und in der Gesellschaft: Gesundheit, Zusammenhalt, Verantwortung für unsere Mitmenschen und unsere Unternehmen. Als Förderbank des Landes leisten wir hierzu auf vielen Gebieten unseren Beitrag.

Tillmann Stenger
Jacqueline Tag
Kerstin Jöntgen

Stand: 28.05.2020