Sehr geehrte Damen und Herren,

sagt Ihnen der Name Johann Heinrich August Duncker etwas? Duncker, im Jahr 1767 als Sohn eines Pfarrers in Rathenow geboren, kehrte 1789 nach Abschluss eines Theologiestudiums in seine Heimatstadt zurück. Dort produzierte er im Pfarrhaus Mikroskope und Brillen. Im März 1801 eröffnete er in Rathenow gemeinsam mit dem Pfarrer Samuel Christoph Wagener die Königlich privilegierte optische Industrie-Anstalt, die späteren Rathe­nower Optischen Werke.

Gleichzeitig ließ er eine von ihm weiterentwickelte Vielschleifmaschine patentieren. Die Maschine konnte elf optische Linsen zur Produktion von Brillen und Mikroskopen gleichzeitig schleifen. Das klingt auf den ersten Blick nicht spektakulär, und dennoch handelte es sich um einen wichtigen technischen Meilenstein. Erstmals konnten mit dieser Maschine Linsen für Brillen zu erschwinglichen Preisen hergestellt werden.

Die Nachfrage nach den Brillen entwickelte sich rasant. Im Jahr 1843 wurden bereits 250.000 Gläser und 10.000 Fassungen produziert. Die Brillen wurden in 300 Niederlassungen von Moskau bis New York verkauft. Weitere optische Betriebe siedelten sich in Rathenow an und neue Märkte wurden erschlossen. „Qualität aus Rathenow“ war weltweit anerkannt.

Rathenow ist immer noch das Zentrum der optischen Industrie in Branden­burg und führt die Zusatzbezeichnung „Stadt der Optik“. Die dortige Wert­schöpfungstiefe auf den Gebieten Augenoptik, Optik und Feinmechanik wird an keinem anderen deutschen Standort erreicht.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg würdigt die Arbeit des Optik-Pioniers wie folgt: „Duncker … erbrachte Anfang des 19. Jahrhunderts eine Leistung, die für die Optik eine ebenso große Bedeutung wie die Erfindung der Dampflok für die Ent­wicklung des Transportwesens hatte.“

Der ILB-Geschäftsbericht 2017 befasst sich in seinem Leitthema mit dem Cluster „Optik und Photonik“. Insbesondere die Photonik, also die Nutzung von Licht für technologische Verfahren, hat sich zu einer Zukunftsbranche mit überdurchschnittlichem Innovationspotenzial entwickelt. Die Förderung regionaler Innovationen in den optischen Technologien und der Mikrosystemtechnik ist fester Bestandteil der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB).

Die ILB fördert jedoch nicht nur Innovationen. Wir bieten mehr als 100 Programme in den Förderfeldern Wirt­schaft, Arbeit, Infrastruktur und Woh­nungsbau an. Im Jahr 2017 haben wir rund 4.200 Vorhaben mit insge­samt 1,6 Milliarden Euro gefördert und damit Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro ermöglicht.

Seit Gründung unserer Bank schreiben wir Erfolgsgeschichten. Dies wollen wir fortsetzen und haben uns für 2018 ein Fördervolumen von 1,4 Milliarden Euro vorgenommen.

So werden wir neben den bestehenden Programmen eine Reihe neuer und modifizierter Richtlinien an den Start bringen bzw. umsetzen.

Hierzu zählen im Förderfeld Wirtschaft Programme des Landes wie zum Beispiel „Brandenburgischer Innovationsgut­schein digital“ zur Förderung innovativer digitaler Projekte von kleinen und mittleren Unternehmen und „ProFIT“ zur Stärkung von Forschung-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten von Unternehmen und Forschungs­einrichtungen.

Das seit Jahren erfolgreichste Pro­gramm, die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirt­schaftsstruktur“, wird auch in 2018 ein maßgeblicher Bestandteil unserer Wirtschaftsförderung sein.

Im Rahmen der Arbeitsförderung setzen wir die überarbeiteten Programme „Qualifizierte Ausbildung im Verbundsystem“ und „Brandenburger Innova­tionsfachkräfte“ um. Darüber hinaus erwarten wir mit „Soziale Innovatio­nen“ eine völlig neue Förderrichtlinie.

Im Bereich Infrastruktur unterstützen wir mit verschiedenen Programmen die Kommunen unter anderem bei der Sanierung, dem Umbau oder der Erweiterung von Schulen sowie bei der bedarfsgerechten Bereitstellung zeitgemäßer Betreuungsplätze für Kinder vom Krippen- bis zum Grund­schulalter.

Mit dem Programm „RENplus 2014-2020“ unterstützen wir die Verringerung energiebedingter CO2-Emissionen. Über die modifizierte Richtlinie können wir energiesparende Maßnahmen nun zu verbesserten Konditionen fördern.

Nach der Überarbeitung der Richtlinie zur Förderung von Wohneigentum durch die Landesregierung stehen uns nun erweiterte Möglichkeiten zur Ver­fügung, um Familien mit Kindern und Haushalte mit geringem Einkommen bei der Bildung von Wohneigentum in Innenstädten zu unterstützen. Ge­meinsam mit der Förderung moderner Mietwohnungen tragen wir dazu bei, dass auch in den Stadtzentren bezahl­barer Wohnraum zur Verfügung steht. Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und sozialer Schichten sollen in den gleichen innerstädtischen Quartieren zusammen leben können.

Darüber hinaus werden wir die Förderprogramme des Landes, des Bundes und der Europäischen Union auch weiterhin durch ILB-Programme ergänzen. So planen wir für 2018 zum Beispiel den Start des „Brandenburg-Kredits Energieeffizienz“.

Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Beschäftigten auch im Jahr 2018 über eine Vielzahl von Förderangeboten Projekte in Brandenburg zu unter­stützen. Mit unserer Arbeit wollen wir einen Beitrag leisten, dass sich unser Bundesland weiterhin erfolgreich entwickelt.

Unterschrift Tillmann Stenger
Tillmann Stenger
Unterschrift Jaqueline Tag
Jaqueline Tag
Unterschrift Kerstin Jöntgen
Kerstin Jöntgen