Feinarbeiten am Rohling einer Putte.© GOLEM – Kunst und Baukeramik GmbH (Fotograf Jesco Denzel)

Die Welt ein Stück schöner machen

GOLEM – Kunst und Baukeramik GmbH

www.golem-baukeramik.de/

Das Stadtschloss, die Hackeschen Höfe und das Neue Museum in Berlin.

Das Kaufhaus Harrods in London, der Flughafen Haneda in Tokio und das Disneyland in Paris.

Sie alle wurden mit Produkten eines Brandenburger Mittelständlers ausgestattet. Die
GOLEM – Kunst- und Baukeramik GmbH in Sieversdorf bei Fürstenwalde stellt originalgetreue Repliken historischer Wand- und Bodenfliesen her.

Wie entsteht eine so eine hochspezialisierte Geschäftsidee? Wie so oft hatte die Geschichte ihre Hand im Spiel. Angefangen hat alles in den 1990er Jahren mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), bei der Ziegel zur Rettung historischer Bauwerke benötigt wurden. Der studierte Keramiker Tomas Grzimek begann mit den ABM-Kräften und einem Partner, die Ziegel nach Originalrezepturen und -methoden herzustellen. Durch die Fertigung in Handarbeit konnten Steine entstehen, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich sahen. Aus der ABM entstand das Unternehmen GOLEM – Kunst- und Baukeramik GmbH.

Engagement und Herzblut

Heute ist das Unternehmen das Einzige in Europa, das originalgetreue Fliesen aus der Jugendstil- und Gründerzeit fertigt und eine breite Produktpalette anbietet. Die Repliken sehen nicht nur so aus, sie werden auch weiterhin gemäß den historischen Verfahren in einer Manufaktur hergestellt. Hier gibt es keine großen Hallen mit automatisierter Fließband-Fertigung. Hier arbeiten Menschen mit jahrelanger Erfahrung und Liebe zur Handwerkskunst.

Allerdings ist die Nachfrage aufgrund der Wirtschaftslage in Deutschland aktuell rückläufig. Die GOLEM GmbH will daher die Nachfrage insbesondere aus dem Ausland ankurbeln, indem sie ihr Sortiment nicht nur auf Messen in Deutschland, sondern auch europaweit vorstellt. Ziel ist, die Marke GOLEM international zu etablieren.

Zukunftspreis und Fördermittel

Die GOLEM – Kunst- und Baukeramik GmbH präsentierte sich 2025 und 2026 auf der ARCHITECT@WORK in Belgien, einer Fachmesse für Architekten und Innenarchitekten. Mit neuen Aufträgen werden der Kundenkreis und die Umsätze um 30 bis 50 Prozent wachsen, so der Plan.

Die förderfähigen Kosten für die Messeteilnahmen betrugen insgesamt mehr als 15.000 Euro. Fast 9.000 Euro davon konnte das Unternehmen über Fördermittel abdecken.

Die GOLEM GmbH trägt dazu bei, Bauwerke zu erhalten oder originalgetreu entstehen zu lassen. Hierfür erhielt das Unternehmen im Jahr 2023 den Zukunftspreis Berlin-Brandenburg.

Die Förderung trägt dazu bei, nicht nur Arbeitsplätze zu erhalten, sondern auch eine Handwerkskunst, deren Produkte die Welt um uns herum schöner machen.