Jeden Tag legen die Deutschen gut 3,2 Milliarden Kilometer zurück – dabei sind die Flugmeilen nicht einmal eingerechnet. Das sind rund 39 Kilo­­meter pro Person, wobei das Auto mit drei Vierteln der Kilometer als Verkehrsträ­ger deutlich dominiert. Das ist das Ergebnis der weltweit größten empi­ri­schen Untersuchung zur privaten Mobilität, der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“, die im Dezem­ber 2018 vom Bundesministerium für Ver­­kehr und digitale Infrastruktur vor­gelegt wurde.

Jeder Deutsche investiert ca. 2.600 Euro pro Jahr in seine eigene Mobilität, vor allem in sein Auto. Hier liegt ein enormes Potenzial, das sowohl dem Einzelnen als auch der Wirtschaft und nicht zuletzt der Umwelt zugutekommen kann, wenn man es richtig einsetzt.

Mobilität ist viel mehr als ein Grundbedürfnis des Menschen, um seinen Interessen frei nachgehen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Mobilität heißt aber auch, dass Waren und Güter transportiert werden.

Schnell, effektiv, ökologisch, sozial verträglich, sicher von A nach B

Die Branchen Verkehr, Mobilität und Logistik umfassen den Straßenverkehr, den Fuß- und Radverkehr, den Öffent­lichen Personennahverkehr, den Schienen- und Luftverkehr sowie die Schiff­fahrt. Sie müssen nahtlos ineinandergreifen, um den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden. Allein das ist eine große Herausforderung.

Dem gegenüber steht ein weiterer Anspruch: Jede Weiterentwicklung, Verbesserung und Innovation in diesem Bereich sollte zwingend im Einklang mit der Energiewende stehen. Klimaschutz, Energieeffizienz, weniger Abhängig­keit von fossilen Energieträ­gern – auch daran muss sich die Mobilität zukünftig messen lassen.

Im Jahr 2014 verabschiedete die Bundesregierung in ihrer „Hightech-Strategie 2025“ die sechs großen Zu­kunfts­aufgaben Deutschlands. Eine davon ist die Entwicklung einer „intelligenten Mobilität“, die es ermöglichen soll, Menschen und Güter schnell, sicher und komfortabel zu befördern und die gleichzeitig effizient, emissionsarm und ressourcenschonend ist.

Die politischen Rahmenbedingungen dafür gibt es bereits: Mit dem „Klimaschutzplan 2050“ hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Emis­sion von Treibhausgasen in Deutschland bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um bis zu 95 Prozent zu reduzieren.

Das Ziel – eine intelligente und nachhaltige Mobilität

Als Schwerpunkte der Zukunftsaufgabe „intelligente Mobilität“ benennt die Bundesregierung unter anderem die Entwicklung intelligenter und leistungsfähiger Verkehrsinfrastrukturen und innovativer Mobilitätskonzepte, die Förderung der Elektromobilität sowie die Realisierung neuer Fahrzeugtechnologien und innovativer Technologien für Luftfahrzeuge und Triebwerke.

Grundlage der intelligenten und da­mit nachhaltigen Mobilität wird die Digitalisierung sein. Durch den Datenaustausch zwischen Verkehrsteilnehmern, Fahrzeugen und der sie umgebenden Infrastruktur entsteht ein sich selbst steuerndes System der Echtzeit-Ver­kehrsplanung, der Verfügbarkeit auf Abruf sowie der reibungslosen Übergänge von einem Transportmittel zum anderen.

Aber das ist nur ein Teil der komplexen Aufgaben, denen sich die Wirtschaft stellen muss. Es geht um weitere Vernet­zung aller Verkehrsmittel, um die Entwicklung neuer Antriebe, um die Weiterentwicklung der Transportmittel und um eine hochmoderne Logistik, die auch darauf abzielt, Transportwege zu vermeiden.

Als Akteur im Cluster „Verkehr, Mobili­tät und Logistik“ unterstützt die ILB die Wirtschaft bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Seit 1990 sagte die ILB für 2.200 Projekte in diesem Cluster insgesamt 3 Milliarden Euro zu. Durch die Förderung konnten Investi­tionen in Höhe von insgesamt 6 Milli­arden Euro realisiert werden.

Stand: 26.06.2019