Schon in den ersten Jahren nach Gründung der ILB führten die Förderungen zu einer zeitweisen Entspannung des Wohnungsmarktes.

Doch nicht nur Wohngebäude, auch viele Pflegeeinrichtungen hatten hohen Investitionsbedarf. Daher wurde 1993 das „Investitionsprogramm Pflege“ initiiert, um die Sanierung bestehender und den Neubau weiterer Plätze zur Altenpflege und für betreutes Wohnen zu fördern. Dazu zählten sowohl Wohneinrichtungen als auch Wohnstätten für kranke und behinderte Menschen. Mit dem Krankenhausbauprogramm wurden 2004 zudem die Weichen gestellt für Investitionen in medizinische Einrichtungen.

Auch mit der Erschließung zuvor militärisch genutzter Flächen wurde wertvoller Wohnraum geschaffen. Bis 1989 waren acht Prozent der Landesfläche Brandenburgs in militärischer Nutzung, die nun zur Verfügung standen. So wurden mit Fördermitteln der ILB auf dem ehemaligen Gelände der Kaserne in der Potsdamer Kirschallee 152 moderne Eigentums- und Mietwohnungen mit verglasten Außentreppen, Balkons und Wintergärten gebaut, dazu Spielplätze und Grünanlagen. Dieses Projekt galt als ein eindrucksvolles Beispiel für den Umbau von Kasernen, dem viele folgen sollten.

Das größte Bauvorhaben im Land Brandenburg – und zugleich auch in Ostdeutschland – war das Potsdamer Kirchsteigfeld. Hier entstand ein neues Wohnviertel mit insgesamt 2.680 Wohnungen für etwa 5.000 Bewohner, kombiniert mit Schulen, Kitas, Geschäften, Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Ende der 90er Jahre hatte der Wohnungsbau seinen Zenit erreicht und zu einem breiten Angebot an Wohnraum geführt. Die Ziele der Landesregierung galten als erreicht und sogar übertroffen. Auf der anderen Seite führten der demografische Wandel und die Abwanderung aus den ehemaligen Industriestandorten zu Leerstand, von dem 1998 mehr als jede zehnte Wohnung betroffen war, insbesondere im weiteren Metropolenraum. Gefragt waren neue Ideen, eine adäquate Förderpolitik zu etablieren, die auch die Abwanderung verhindert.

Mit Instandsetzung, Sanierung, Lückenbau und Rückbau sollten die Städte und Gemeinden attraktiver werden. Immer mehr wurden Förderprojekte unter städtebaulichen Gesichtspunkten ausgewählt und realisiert. Mit Umbau statt Wachstum und einer engen Kooperation aller Beteiligten wurden Stadtentwicklungskonzepte realisiert, die wie das Quartier „Lübbenaubrücke“ in Lübbenau-Neustadt wesentlich zur Wiederbelebung der Städte beitrugen.

Ab 2002 wurden Projekte in Sanierungsgebieten verstärkt gefördert. Das Bund-Länder-Projekt „Stadtumbau Ost“ gab den Impuls für die Schaffung von Wohneigentum in Altstädten. Immer mehr wurde der Fokus für Förderungen auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Barrierefreiheit im Bau gelegt.

Die 2007 eingeführte „Gebietskulisse“ – die Definition innerstädtischer Quartiere mit nachhaltiger Entwicklungsperspektive – trug dem unterschiedlichen regionalen Wohnungsbaubedarf Rechnung. Die an den Kulissen orientierte Förderung konzentrierte die Förderung auf meist innerstädtische Projekte, die zu ausgewogenen Bewohnerstrukturen und zur Stabilisierung der Städte führen sollen.

Stand: 28.05.2020