Intelligente Mobilität bedeutet, dass alle Infra- und auch Datenstrukturen präzise ineinandergreifen. Das heißt: Übergänge zwischen einzelnen Verkehrsträgern sowie die Interaktion von Verkehrsmitteln mit der Infrastruktur gestalten sich nahtlos. Hier spielen Logistik und Telematik eine wesent­liche Rolle.

Logistik

In Berlin-Brandenburg kreuzen sich drei der sogenannten Kernnetzkorridore der Europäischen Union: der Nord-Ostsee-Korridor, der Skandina­vien-Mittelmeer-Korridor und der Orient-östliches-Mittelmeer-Korridor. Diese zentrale Lage begründet die Bedeu­tung der Hauptstadtregion im trans­europäischen Verkehrsnetz und im zukünftigen Trans-European Transport Network (TEN-T). Mit TEN-T plant die EU ein leistungsfähiges euro­päisches Verkehrsnetz. Diese zentrale Stellung ist eine Herausforderung und zugleich ein Katalysator für die Weiter­entwicklung der Logistikbranche in der Region, in der knapp 205.000 Erwerbstätige beschäftigt sind.

Logistische Innovationen zielen zum einen auf den intermodalen Verkehr, das heißt den Transport von Gütern in ein und derselben Ladeeinheit wie zum Beispiel Containern, mit mehreren Verkehrsträgern, und zum anderen auf die „grüne Logis­tik“, denn auch Logistikunternehmen müssen sich den Fragen der Nachhaltigkeit und der Umweltverträglichkeit stellen.

Eine besondere Bedeutung für den Logistikstandort Berlin-Brandenburg haben die Güterverkehrszentren (GVZ). Hier ist der intermodale Verkehr bereits Realität – Güter werden zwischen un­terschiedlichen Verkehrsträgern für Ladungen zusammengestellt und für den Transport vorbereitet. Die fünf GVZ der Region gehören zu Deutschlands besten 20. Das GVZ Großbeeren zählt derzeit sogar zu den Top Ten in Europa.

An der erfolgreichen Entwicklung der GVZ hat die ILB einen wesentlichen Anteil. Das Unternehmen IPG in Potsdam ist spezialisiert auf Infrastruktur- und Verkehrsprojekte und hat unter anderem die GVZ Großbeeren, Freien­brink und Wustermark, aber auch den Bahntechnologie Campus Havelland, in ihrem Portfolio. Zur Entwicklung diverser Projekte im Auftrag der öffentlichen Hand erhielt die IPG bisher Darlehen und Zuschüsse von insgesamt 34 Millionen Euro.

GVZ werden in Zukunft noch größere Bedeutung gewinnen, weil sie die Verlagerung des Gütertransportes auf den jeweils umweltschonensten Verkehrsträger ermöglichen und damit „grüne Logistik“ anbieten.

Verkehrstelematik

Telematik steht für die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Dabei wird die Verkehrstelematik eingesetzt, um Verkehrsabläufe effizien­ter, ökologischer, komfortabler und sicherer zu gestalten und betriebliche Abläufe zu optimieren. Zu den Systemen der Verkehrstelematik zählen zum Beispiel Navigationssysteme, rechnergestützte Betriebsleitsysteme und kollektive Systeme im öffentlichen Raum wie Anlagen zur Steuerung des Verkehrsflusses an Autobahnen oder Verkehrsknotenpunkten.

10.700 Arbeitsplätze in 90 Unterneh­men und 24 Forschungseinrichtungen widmen sich in der Region der Verkehrstelematik. Im Bereich rund um das Fahrzeug arbeiten viele Unternehmen an der Hard- und Softwareentwicklung für Fahreras­sistenzsysteme, an Technologien für die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander und mit der Umwelt, an weiterentwickelten Navigations­systemen sowie dem Flottenmanagement.

Flexible Carsharing-Systeme wie SHARE NOW, Flinkster oder Free2move, bei denen die Mietwagen an beliebigen Orten abgestellt werden können, werden in der Region bereits erfolgreich erprobt.

Stand: 26.06.2019