Die Digitalisierung ist dabei, die Welt zu verändern. „Smarte“ Technologien beeinflussen zunehmend alle Bereiche des Lebens – von hochkomplexen Produktionsprozessen bis hin zu privaten Aktivitäten – indem sie Daten erfassen, verarbeiten und mit der Umgebung interagieren. Diese hochmodernen Technologien sind dabei auf ein Medium angewiesen, das älter ist als die Erde selbst – das Licht.

Photonen für die Zukunft

Das Licht, genauer die Photonen (abgeleitet aus dem Griechischen für Lichtteilchen) hat erstaunliche Eigen­schaften. Photonen erreichen mit 300.000 Kilometern pro Sekunde die höchste der Menschheit bekannte Geschwindigkeit, lassen sich bis auf ein Nanometer, den millionsten Teil eines Millimeters, fokussieren und transportieren Millionen von Megabit in einer Sekunde.

Die Grundlage für die vielfältige Anwendung des Lichts bilden die opti­schen Technologien, bei denen die Erzeugung, Kontrolle, Messung und vor allem die Nutzung von Photonen im Fokus stehen. Sie werden daher, vor allem im internationalen Sprachgebrauch, unter dem Begriff „Photonik“ zusammengefasst.

Das Jahrhundert des Photons

Die Photonik besitzt eine enorme Entwicklungsdynamik. Glaubt man Experten, befindet sich die Menschheit gegenwärtig im „Jahrhundert des Photons“, denn die Photonik birgt ein ähnliches Potenzial für einen tech­nologischen Umbruch wie die Halbleitertechnik, die in den 1960er Jahren den Übergang von der Röhre zum Mikroelektronikchip ermöglichte.

Die Europäische Kommission zählt die Photonik zu den sechs „Key Enabling Technologies“, die für das zukünftige Wachstum zahlreicher Branchen, und damit der gesamten europäischen Wirtschaft, von hoher Bedeutung sind.

Deutschland als europäischer Marktführer

Deutschland steht mit einem Marktanteil von 41 Prozent an der Spitze der europäischen Photonik-Industrie. Der Gesamtumsatz der deutschen Photonik-Unternehmen ist von 27 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 31 Mil­liarden im Jahr 2016 und damit um durchschnittlich 3 Prozent jährlich gestiegen.

Die Photonik zählt auch zu Deutschlands forschungsintensivsten Industriebereichen. Jedes Jahr investieren die deutschen Photonik-Unternehmen durchschnittlich 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Zum Vergleich: In traditionell forschungsintensiven Branchen wie dem Maschinenbau oder dem verarbeitenden Gewerbe lag die Investitionsquote für Forschung und Entwicklung im Jahr 2015 bei 3,6 beziehungsweise 4,7 Prozent.

Der Innovationsstandort Brandenburg und Berlin

Die Länder Brandenburg und Berlin haben das Potenzial der Photonik für das regionale Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen früh erkannt. Brandenburg konzentriert sich in der Wirtschaftsförderung auf 9 besonders wachstumsstarke Cluster. Dazu zählen 5 länderübergreifend mit Berlin agierende Cluster, zu denen auch „Optik und Photonik“ gehört.

Hier greift die gemeinsame Innova­tionsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB). Ziel der innoBB ist es, den Standort Brandenburg-Berlin im internationalen Wettbewerb ganz vorn zu positionieren und zu etablieren. Dabei setzt sie unter ande­rem auf den weiteren Ausbau von Clustern mit hohem Entwicklungspo­tenzial wie „Optik und Photonik“. Zu den Akteuren des Clusters in Brandenburg zählen neben einer starken wissenschaftlichen Basis insbesondere viele kleine und mittlere Unternehmen.

Die ILB unterstützt die Institutionen und Unternehmen der optischen Branchen in Brandenburg über eine Viel­zahl an Förderprogrammen. Seit 1990 sagte die Bank 240 Millionen Euro Fördermittel zu. Durch die Förderungen wurden mehr als 1.500 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von ins­gesamt 760 Millionen Euro realisiert. Mit jedem Förder-Euro konnte damit mehr als das Dreifache an Investitionen in Brandenburg erzielt werden.