Heute platzt der Speckgürtel rund um Berlin aus allen Nähten. Potsdam und Teltow verzeichneten 2018 mit 12 und 14 Prozent ein stärkeres Bevölkerungswachstum als Berlin. Auch Falkensee, Ludwigsfelde, Nauen Oranienburg, Velten und Bernau sind stark im Kommen. Im Speckgürtel gibt es kaum Wohnungsleerstand, die Nachfrage bleibt anhaltend hoch.

Daher steht auch in Brandenburg die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum im Fokus der aktuellen Wohnungspolitik. Mit der Förderung von Mietwohnraum soll der angespannten Wohnungssituation, insbesondere in den Ballungsgebieten Potsdam und Berliner Umland, Rechnung getragen werden. Hier leisten der Neubau, die Wiederherstellung, aber auch die Modernisierung einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Innenstädte.

Investoren im Bereich Wohnungsbau können bei der sozialen Wohnungsbauförderung zusätzlich zu Darlehen einen Zuschuss in Anspruch nehmen, wenn die Mietpreis- und Belegungsbindung der neuen Wohnungen statt für 20 Jahre für 25 Jahre gilt.

Darüber hinaus hat das Land Brandenburg standortbezogene Vereinbarungen abgeschlossen, welche die Verlängerung von Mietpreis- und Belegungsbindungen mit Zinsabsenkungen bei bestehenden Förderdarlehen honorieren. Nicht selten kommen diese Vereinbarungen der Entwicklung von ganzen Quartieren zugute. Ein Vorreiter war 2011 das „Potsdamer Modell“. Weitere Vereinbarungen, zum Beispiel. in Wustermark, Teltow, Neuruppin sowie in der Stadt Brandenburg an der Havel, folgten.

Ergänzend bietet die Förderung von selbst genutztem Wohneigentum vielen Haushalten die Möglichkeit, Wohneigentum für sich und die eigene Familie auch in innerstädtischen Lagen zu bilden, eigenen Wohnraum altersgerecht umzubauen oder energieeffizient zu modernisieren.

Darüber hinaus gewährt das Land Brandenburg Zuschüsse zur behindertengerechten Anpassung von Wohnraum. Schwerbehinderte Menschen werden darin unterstützt, ihr Zuhause bedarfsgerecht anzupassen, um trotz der Einschränkungen ihr gewohntes Wohnumfeld nicht verlassen zu müssen.

Wenn man bei Betrachtung der Förderungen der ILB für den Wohnungsbau in die mehr als 25jährige Bankgeschichte zurückblickt, fällt die Auswahl der „Leuchttürme“ angesichts der Quantität und Qualität der realisierten Bauvorhaben schwer. Die Gartenstadt Marga im Lausitzer Seenland gilt als Vorbild für denkmalgerechte Sanierung; mit dem Rückbau von Wohnquartieren im Külzviertel von Schwedt/Oder wurden Maßstäbe gesetzt; die Städte Rathenow, Cottbus und Brandenburg an der Havel gelten als gelungene Beispiele für nachhaltigen Stadtumbau; mit dem Bornstedter Feld in Potsdam und dem „Quartier Friedensweg“ in Eisenhüttenstadt entstehen neue generationengerechte Innenstadtquartiere.

Stand: 28.05.2020