Die Mikrosystemtechnik verknüpft unterschiedliche Materialien, Komponenten und Technologien nach dem Prinzip „kleiner, leistungsfähiger und zuverlässiger“ auf engstem Raum miteinander.

Zu den Teilbereichen der Mikrosystemtechnik zählen die Mikroelektronik und die Mikrooptik. Die Mikrosystemtechnik bildet damit die Basistechnologie für intelligente Systeme, die sogenannten „Smart Systems“.

Nicht nur in speziellen Branchen wie der Automobilindustrie oder der Medizintechnik spielt die Mikrosystemtechnik bereits heute eine wichtige Rolle. Sie ist auch ein Bestandteil der Alltagselektronik und zum Beispiel in jedem Smartphone zu finden.

Wachstumsmarkt Mikrosystemtechnik

Bei den Handlungsfeldern des Clusters „Optik und Photonik“ kommt der Mikrosystemtechnik eine besondere Bedeutung zu. Wie auch die optischen Technologien zählt die Mikrosystemtechnik weltweit zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.

Laut Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind schon heute allein in Deutschland rund 750.000 Menschen im Bereich der Mikrosystemtechnik beschäftigt.

Die Zukunftsprognosen sind überdurchschnittlich positiv, so das Bundesministerium. Gemäß der Studie eines Marktforschungsunternehmens wird die Zahl der direkt oder indirekt mit der Mikrosystemtechnik verbundenen Arbeitsplätze in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf rund 963.000 steigen.

Exzellenz in Wissenschaft und Forschung

Mit der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) wurden die optischen Technologien und die Mikrosystemtechnik fester Bestandteil der länderübergreifenden Innovationspolitik in Brandenburg und Berlin.

Die Hauptstadtregion ist in diesen Feldern ein Wissenschafts- und Forschungsstandort mit Weltrang. Den innovativen Kern bilden 390 Unternehmen, davon allein 92 in Brandenburg, die gemeinsam über 14.000 Menschen beschäftigen. Rund 2.200 Wissenschaftler forschen zudem an 36 Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen.

So ist zum Beispiel auf Brandenburger Seite die IHP GmbH Innovations for High Performance Microelectronics/Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) am Aufbau eines einzigartigen Angebotes für die deutsche und europäische Halbleiter- und Elektronik-Industrie beteiligt. Die Kooperation von insgesamt 13 deutschen Forschungsinstituten unter dem Dach der „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ ist bereits jetzt der weltweit größte Pool für Technologien und Patente auf dem Gebiet der Smart Systems.

Ziel der Forschungsfabrik ist, den Kunden der Großindustrie, kleinen und mittleren Unternehmen sowie den Universitäten die gesamte Wertschöpfungskette für die Mikro- und Nanotechnologie aus einer Hand anbieten zu können. So sollen auch kleinere Unternehmen Zugang zu Spitzentechnologien unter optimalen Bedingungen erhalten.

Die ILB ist ein starker Partner an der Seite des Leibniz-Institutes. Seit den 1990er Jahren wurden die Wissenschaftler der IHP GmbH von der ILB bisher mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 140 Millionen Euro unterstützt, um Investitionen von 189 Millionen Euro realisieren zu können.

Innovationskraft für mehr Wachstum

Die „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ setzt die Zielsetzung des Masterplans Optik um, den Motor der Innovation auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik am Laufen zu halten und die Innovationskraft zu verstärken. Denn hierdurch profitieren nicht nur die Unternehmen von der wissenschaftlichen Kompetenz der Forschungseinrichtungen bei der Umsetzung in marktfähige Produkte. Auch die wissenschaftlichen Einrichtungen erhalten durch den Austausch Impulse für neue Problemlösungen, die am Markt nachgefragt werden. Genau diese Synergieeffekte sind für das zukünftige Wachstum des Clusters Optik und Photonik in Brandenburg und Berlin von entscheidender Bedeutung.