Wie geht es weiter im Wohnungsbau des Landes Brandenburg? Die grundsätzlichen Aufgaben bleiben bestehen: Der vorhandene Wohnraumbestand muss gepflegt und neuer, anforderungsgerechter Wohnraum zu sozialverträglichen Mieten geschaffen werden. Ziel bleibt die nachhaltige und zukunftsorientierte städtebauliche Entwicklung.

Gemäß dieser Aufgaben hat das Land Brandenburg im Jahr 2019 mit seinem Wohnraumförderungsgesetz die Rahmenbedingungen für Bauvorhaben angepasst und vereinfacht. Das Gesetz zog die Aktualisierung der Förderrichtlinien für Mietwohnungsbau, Wohneigentum und Wohnraumanpassung nach sich. Es erweitert den Kreis Berechtigter für Förderungen durch Anhebung der Einkommensgrenzen, erleichtert die Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen und ermöglicht eine flexiblere Handhabung der Förderrichtlinien. Auf dieser Basis lassen sich auch wohnungsbauliche Modelle umsetzen, die über einzelne Projekte hinausgehen. Das sind zum Beispiel Standortmodelle, bei denen mehrere Partner an einem Strang ziehen, denn auch Kooperationen können Förderzusagen erhalten.

Die ILB zählt beim Thema „Nachhaltiger und zukunftsorientierter Wohnungsbau“ zu den Vorreitern: Als dritte Förderbank in Deutschland emittierte sie im Februar 2020 einen so genannten „Social Bond“ für institutionelle Investoren, der auch der Refinanzierung von Projekten im Mietwohnungsbau dienen soll.

Wanderungsprozesse auf der Suche nach Wohnraum lassen sich mit zielgerichteten Angeboten aktiv beeinflussen. Hier gilt es, die in unserem Rückblick angesprochenen Lebensphasen zu berücksichtigen. Wenn es gelingen soll, die Zuzügler zu sesshaften Brandenburgern zu machen, stehen die Bezahlbarkeit des Wohnraums, die Orientierung auf die Schaffung bedarfsgerechten Wohnraums und die infrastrukturelle Anbindung für die Wohnungsbauförderung der ILB mehr denn je im Vordergrund.

Aktuelle Prognosen sagen voraus, dass im Jahr 2030 mehr als ein Drittel der Brandenburger Bevölkerung 65 Jahre und älter sein wird. Aufgrund des damit verbundenen Rückgangs der Zahl der Erwerbsfähigen wird die heimische Wirtschaft bis 2040 einen Bedarf von fast 400.000 Fachkräften haben. Angesichts der demografischen Entwicklung wird ein Miteinander der Generationen immer wichtiger. Gerade für den Wohnungsbau resultieren hieraus neue Herausforderungen und Chancen.

In der Folge werden differenzierte Wohnformen verstärkt nachgefragt. Sie sollen ein komfortables, sicheres und selbstbestimmtes Leben in jedem Alter ermöglichen. Dazu zählen moderne Quartiere, die den Ansprüchen mehrerer Altersgruppen entsprechen und die jeweils benötigte Infrastruktur vorhalten.

Auch der Trend zu Single-Wohnungen und dem Wunsch nach kleinem Wohnraum kombiniert mit Gemeinschaftsräumen wird zunehmen. Und wenn die Jungen nach Lehre oder Studium in ihr Heimatdorf zurückkehren wollen, dann sollte auch dort für sie ein attraktiver Platz zum Wohnen selbstverständlich sein. Dies erfordert neben der Schaffung von Wohnmöglichkeiten auch einen deutlichen Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen.

Neben dem demografischen Wandel wird auch der geförderte Wohnungsbau immer mehr von den wachsenden Ansprüchen an die Energieeffizienz und von der Eroberung der Haushalte durch smarte Technologien beeinflusst sein.

Um diesen vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden, wird die soziale Wohnraumförderung an Bedeutung gewinnen. Die ILB ist dabei ein zuverlässiger und erfahrener Partner der Landesregierung und der Wohnungswirtschaft, um Wohnen in Brandenburg zukunftssicher zu machen.

Stand: 28.05.2020