Rathenow als Heimat der Optik

Der Grundstein innovativer Fertigung optischer Geräte wurde im 19. Jahrhundert in Rathenow gelegt. Auch im nachfolgenden Jahrhundert machte Rathenow als „Stadt der Optik“ ihrem Namen alle Ehre, denn die Rathenower Optischen Werke waren mit 4.420 Beschäftigten der alleinige Hersteller von Brillen in der Deutschen Demokratischen Republik.

Rathenow zählt bis heute zu den innovativen Zentren der optischen Industrie im Land Brandenburg. Die Branche ist ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort und beschäftigt aktuell insgesamt rund 1.300 Menschen.

Das Cluster „Optik und Photonik“

Die Hauptstadtregion führt die regionale Erfolgsgeschichte der Optik fort und hat für das Cluster „Optik und Photonik“ 6 Handlungsfelder identifiziert, die in Bezug auf Beschäftigung und Umsatz wirtschaftliche Relevanz für Brandenburg und Berlin haben:

Handlungsfelder des Clusters „Optik und Photonik“

  • Lasertechnik
  • Lichttechnik
  • Optik für Kommunikation und Sensorik
  • Optische Analytik
  • Biomedizinische Optik und Augenoptik
  • Mikrosystemtechnik

Die Strategie des Clusters ist im gemeinsamen Masterplan festgeschrieben. Bis 2020 soll die Position der Hauptstadtregion als weltweit führender Photonik-Standort gehalten und ausgebaut werden. Dafür bündelt das Cluster die vorhandenen Strukturen, Netzwerke und Potenziale. Übergeordnetes Ziel der Clusterarbeit ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Aufrechterhaltung und Verbesserung der wissenschaftlichen und technologischen Exzellenz.

Akteure der Clusterarbeit aus Wirtschaft und Wissenschaft

Den innovativen Kern des Clusters „Optik und Photonik“ bilden 390 Technologieunternehmen sowie 10 Hochschulen und 26 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. In diesem Kern arbeiten 16.600 Beschäftigte – ein Spitzenwert im internationalen Vergleich.

Darüber hinaus arbeiten im Cluster verschiedene Netzwerke. Das Kompetenznetz Optec-Berlin-Brandenburg ist mit ca. 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Verbänden das größte regionale Netzwerk im Bereich Photonik und Mikrosystemtechnik. Das Netzwerk fördert den Technologietransfer von der Forschung zu insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen der Region. Von Brandenburger Seite beteiligen sich unter anderem das Unternehmen Sensor- und Lasertechnik GmbH aus Wildau sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung aus Potsdam-Golm.

Ein weiteres Netzwerk des Clusters ist der Laserverbund Berlin-Brandenburg e. V., ebenfalls ein Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ziel ist die Förderung der Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Laserforschung, -entwicklung und -anwendung. Im Laserverbund engagieren sich unter anderem das Unternehmen Panta Rhei gGmbH aus Cottbus sowie die BTU Cottbus-Senftenberg.

Ziel der engen Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ist es, die Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in innovative Produkte einfließen zu lassen. Die Förderung innovativer Projekte zählt zu den Kernaufgaben der ILB. Hier stellte die Bank seit 1990 für die optischen Branchen 57 Millionen Euro für fast 500 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 108 Millionen Euro bereit.