Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Im Jahr 2017 ist die deutsche Wirtschaft das achte Jahr in Folge gewachsen. Nach den aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wuchs das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 2,2 % und damit so deutlich wie seit 2011 nicht mehr (2016: 1,9 %, 2015: 1,7 %).

Angetrieben wurde die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere durch die starke Binnennachfrage, die 2,0 Prozentpunkte zum preisbereinigten BIP-Wachstum beitrug. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die privaten Konsumausgaben und Bruttoanlageinvestitionen um 2,0 % und 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Die staatlichen Konsumausgaben hingegen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt nur um 1,4 %.

Auch der Außenhandel konnte im Jahr 2017 stark zulegen. Der preisbereinigte Export von Dienstleistungen stieg um 4,7 % im Vergleich zum Vorjahr, während die Importe im gleichen Zeitraum um 5,2 % zunahmen. Der daraus resultierende, positive Außenbeitrag trug 0,2 Prozentpunkte zum preisbereinigten Wachstum des Bruttoinlandsproduktes bei.

Getragen wurde die konjunkturelle Entwicklung 2017 durch die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erhöhte sich nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um ca. 638.000 Personen bzw. 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr – so stark wie seit 2007 nicht mehr. Der Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Unter Berücksichtigung ausgleichender altersbedingter demografischer Effekte stieg die Gesamtzahl der Erwerbstätigen von 43,6 Millionen auf 44,3 Millionen.

Die öffentlichen Haushalte setzten im Jahr 2017 ihren Konsolidierungskurs fort und erzielten einen Überschuss von 38,4 Milliarden Euro. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug die am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen gemessene Überschussquote 1,2 %.

Die Kapitalmarktzinsen waren, wie in den Vorjahren, auch 2017 geprägt von der Geldpolitik der EZB, die mit ihrem Anleiheankaufprogramm und der negativen Einlagenverzinsung für ein Anhalten des Niedrigzinsumfeldes sorgte. Aufgrund des verbesserten wirtschaftlichen Umfeldes wurden jedoch die Tiefstände des Vorjahres nicht mehr erreicht, und die Zinsen zeichneten, von dem niedrigen Niveau ausgehend, leichte Anstiege. Die EZB hat auf das verbesserte wirtschaftliche Umfeld reagiert und beschlossen, das Volumen der Anleiheankäufe ab 2018 zu halbieren. Unter Schwankungen stiegen im Jahresverlauf die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen auf 0,50 % und die vergleichbaren 10-jährigen Swapzinsen auf 0,90 %. Kurze Laufzeiten am Geldmarkt blieben hingegen stabil im negativen Zinsbereich.

Insgesamt gab es in 2017 ein sehr günstiges Kapitalmarktumfeld, in dem die öffentlichen Haushalte durch gesunkene Zinsausgaben entlastet wurden und die geringen Finanzierungskosten die Investitionen und den Wohnungsbau beförderten.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Land Brandenburg

Seit dem Jahr 2003 verringert sich die Arbeitslosenquote im Land Brandenburg kontinuierlich. Diese erfreuliche Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes setzte sich auch 2017 fort. Zum Jahresende sank die Quote auf rund 7,2 % – das niedrigste Niveau seit der deutschen Wiedervereinigung.

Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Jahr 2017 einen neuen Höchststand und stieg um 1,2 % im Vergleich zu 2016. Diese Entwicklung war vornehmlich durch einen Beschäftigungsaufbau in den Dienstleistungsbereichen (+ 13.000 Erwerbstätige) getrieben.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes setzten die Brandenburger Industriebetriebe im Jahr 2017 mit insgesamt 23,1 Milliarden Euro 0,1 % weniger als im Vorjahr um. Die Inlandsumsätze erhöhten sich dabei um 2,6 % auf 16,2 Milliarden Euro, die Auslandsumsätze sanken hingegen um 6,1 % auf 6,8 Milliarden Euro.

Der amtlichen Statistik zufolge gab es für das Jahr 2017 eine positive Auftragsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Das Auftragsvolumen stieg – bei einem Auftragsplus im Inland von 14,0 % und im Ausland von 30,0 % – um insgesamt 19,7 %.

Das Bauhauptgewerbe konnte 2017 seinen Umsatz um 3,8 % deutlich steigern, der Auftragseingang erhöhte sich um 1,4 %.

Nach den bisher vorliegenden Daten zeigt sich für 2017 eine positive Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in Brandenburg. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erhöhte es sich im ersten Halbjahr 2017 um 2,3 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016.

Prognose

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2017 durch einen starken Wachstumskurs gekennzeichnet, der im Wesentlichen durch inländischen Konsum und Investitionen getragen wurde. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum vorherigen Jahr preisbereinigt um 2,2 %.

Nach Einschätzung der Bundesregierung wird sich die gute wirtschaftliche Lage auch in 2018 fortsetzen. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2018 prognostiziert die Bundesregierung für das laufende Jahr eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 2,4 %. Die Expansion der deutschen Wirtschaft wird dabei insbesondere von einem freundlicheren weltwirtschaftlichen Umfeld begünstigt.

Die ILB erwartet für das Jahr 2018 keine Änderung der Leitzinsen. Das Anleiheankaufprogramm wird zu verringertem Volumen bis September fortgeführt, um dann voraussichtlich auszulaufen. Die EZB hat signalisiert, auch nach Beendigung der Anleihekäufe den Leitzins für beträchtliche Zeit stabil halten zu wollen. Daher wird eine erste Leitzinsanhebung erst für das Jahr 2019 erwartet. Die niedrigen Zinsen werden daher weiter die gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und im  Euro-Währungsgebiet unterstützen. Aufgrund dieser positiven Entwicklung wird für längere Laufzeiten von weiter steigenden Zinssätzen ausgegangen. Ein starker und schneller Zinsanstieg wird aufgrund der Verankerung der Leitzinsen jedoch nicht erwartet.

Für das Land Brandenburg ist für das Jahr 2018 weiterhin von einer erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung auszugehen. Der aktuelle Konjunkturreport 2018 des Arbeitskreises der Industrie- und Handelskammern Berlins und Brandenburgs zeichnet zu Beginn des Jahres ein optimistisches Gesamtbild der wirtschaftlichen Lage in der Region. Laut Report zeigt sich die Konjunktur in Berlin-Brandenburg – trotz weltpolitischer Risiken – zum Jahresbeginn in Hochform. Mit 138 Punkten bleibt der Geschäftsklimaindex auf hohem Niveau. Im Ergebnis zeichnet die Konjunkturumfrage das Bild eines stabilen, milden konjunkturellen Klimas der Gesamtwirtschaft.

In Brandenburg bewerten rund 97 Prozent der befragten Unternehmen die derzeitige Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“, rund 91 % gehen für das laufende Jahr von „eher günstigeren“ oder „eher gleichbleibenden“ Geschäftserwartungen aus. Zentrale Herausforderung der regionalen Wirtschaft bleibt der Fachkräftemangel.

Zusammenfassend zeigt der Report von Anfang 2018 folgende weitere Ergebnisse für das Land Brandenburg:

  • Gute Investitionslaune: Rund 82 % der Unternehmen planen für das Jahr 2018 Investitionen. Circa 89 % dieser investierenden Unternehmen gehen hierbei von steigenden (37 %) oder zumindest von gleichbleibenden (52 %) Investitionsvolumina aus.
  • Positive Beschäftigungserwartungen: 27 % der befragten Unternehmen planen für das Jahr 2018 einen Beschäftigungsaufbau. 60 % der Unternehmen rechnen mit einem gleichbleibenden Beschäftigungsumfang, 13 % mit einem Beschäftigungsabbau.