Straßen verbinden Regionen, Ortschaften und damit letztlich Menschen miteinander. So auch im grenznahen Raum, wo sich verschiedene Nationen begegnen. Im Landkreis Märkisch-Oderland befanden sich die Ortsdurchfahrten von Kiehnwerder und Platkow an der Kreisstraße K6409 in keinem guten Zustand. Ähnlich schätzte der Landkreis Gorzowski auf polnischer Seite den Zustand der dortigen Kreisstraße 1405F zwischen den Ortschaf­ten Kłodawa und Lipy ein. Beide Landkreise reichten den Ausbau dieser Straßenabschnitte gemeinsam als Projekte zur Förderung im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit ein.

Die Europäische Territoriale Zusammenarbeit ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren wer­den damit grenzüberschreitende Ko­opera­tionen zwischen den Regionen unterstützt, unter anderem auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

In den Ortsdurchfahrten Kiehnwerder und Platkow erfolgte ein grundhafter Ausbau der Fahrbahnen. Die Straßen wurden auf das erforderliche Mindestmaß von sechs Metern verbreitert, damit zwei LKWs aneinander vorbeifahren können. Auch die Fahrradfahrer profitieren von den breiteren Straßen. Darüber hinaus wurden in Kiehnwerder parallel zur neuen Fahrbahn Entwäs­serungsmulden in den Seitenbereichen angelegt und in Platkow abschnittsweise ein Regenwasserkanal mit Wasserabläufen und einer Sedimentationsanlage verlegt.

Die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzbaumpflanzungen erfolgten direkt an der Kreisstraße K6409. Damit wurde nicht nur die Verkehrssicher­heit erhöht, sondern auch das Landschaftsbild verbessert. Mit dem Ausbau der Straßenabschnitte in beiden Landkrei­sen sollen die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen ausgebaut und die touristischen Potenziale in der Oderregion besser vernetzt werden.

Insgesamt 3,3 Millionen Euro flossen auf deutscher und polnischer Seite in die Realisierung der Verkehrsinfra­struktur-Projekte. Die ILB förderte die Vorhaben mit 2,8 Millio­nen Euro aus Mit­teln der Europäischen Union.

Stand: 26.06.2019