Lesen und Schreiben zu können ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit und Grundvoraussetzung für ein unabhängiges und selbständiges Leben. Dies gilt jedoch nicht für alle Menschen. Deutschlandweit haben etwa 14 Prozent aller 16- bis 64-Jährigen erhebliche Probleme, richtig zu lesen und zu schreiben. Sie können zwar Buchstaben erkennen und einzelne Worte schreiben, nicht jedoch einen längeren Text erfassen. Sie sind sogenannte funktionale An­alphabeten.

Bund und Länder haben gemeinsam mit weiteren Partnern die „Nationale Dekade für Alphabetisierung“ ausge­rufen. Von 2016 bis 2026 soll die Zahl der Betroffenen mit erheblichen Lese- und Schreibschwierigkeiten spürbar verringert und das Niveau der Grundbildung deutlich erhöht werden. Hierfür werden im Land Brandenburg unter anderem Volkshochschulkurse angeboten.

Der Brandenburgische Volkshochschulverband e. V. fungiert als Koordinierungsstelle für die Alphabetisierung und Grundbildungskurse im Land. Er unterstützt die Bildungsträger fachlich durch Empfehlungen zur Methodik und zu Lehr- und Lernmaterialien, durch die Organisation des Austausches sowie durch die Beratung und Kontrolle der Durchführung vor Ort. Darüber hinaus schreibt der Verband die Kurse flächendeckend aus, vergibt die Aufträge, kontrolliert deren Umsetzung und übernimmt die Abrechnung.

Die Bildungsangebote zielen auf die Verbesserung der Kompetenzen der Kursteilnehmer in den Bereichen Lernen, Lesen, Rechtschreibung, Rechnen, Computer, Beruf, Familie und Soziales, Arbeitswelt und Finanzen, Recht sowie im Basiswissen Englisch ab.

Vom 01.08.2017 bis 31.12.2020 sollen insgesamt 2.500 Menschen erreicht werden. Im Jahr 2018 haben in 173 durchgeführten Kursen, insbesondere zur Verbesserung der Schreib-und Lesefähigkeiten, 638 Personen teilgenommen.

Für die Alphabetisierungsmaßnahmen werden von der ILB insgesamt 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union ausgereicht.

Stand: 26.06.2019