Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) beschäftigt sich seit 2011 mit dem Zukunftspotenzial der Elektromobilität, genauer: mit Elektroautos, die in einem intelligenten Stromnetz sowohl als Verbraucher als auch als Speicher einge­setzt werden können. Grund: In Stromnetzen, die durch den steigenden Anteil erneuerbarer und stark volatiler Energiequellen gekennzeichnet sind, gewinnt die Forschung an stabilisierenden Elementen wie Speicher oder steuerbare Lasten immer mehr an Bedeutung.

Die BTU plant daher im Verbund mit der Universität Potsdam und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde die Konzeption und Erprobung von Ladesäulen, die über eine innovative Informations- und Kommunikationstechnologie mit Elektroautos und den Leitstellen von Stromnetzen verbunden sind. Die Steuerung des Pilotprojektes erfolgt über eine Zentrale auf dem BTU-Campus.

Geplant ist, bis Ende 2020 an mehre­ren Standorten in Brandenburg Ladesäulen aufzubauen, an denen überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen aus dem Stromnetz entnom­men und in Batterien von Elektro­autos gespeichert wird. Durch die Entnahme des überschüssigen Stroms wird ein Mehrfachnutzen erzielt: Der Überlastung des Stromnetzes wird entgegengewirkt, ein Beitrag zur Steigerung der Elektromobilität geleistet und CO2 eingespart.

Wird im Netz hingegen Strom benötigt, sollen die Fahrzeugbatterien über einen Teil dieser Ladesäulen Strom einspeisen können, den die Nutzer der Elektroautos gerade nicht benötigen. Auch über diese Rückspeisung wird das Stromnetz stabilisiert.

Wenn dieses System zukünftig in ganz Brandenburg etabliert werden kann, trägt es wesentlich zur Entwicklung der Energiepolitik des Landes bei. Dann werden Elektroautos als Zwischenspeicher fungieren, wenn Strom im Überfluss produziert wird, und als Quelle bei Strombedarf.

1,3 Millionen Euro kostet das Vorhaben, das von der ILB mit 1,0 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union gefördert wird.

Stand: 26.06.2019